BKK Selbsthilfeförderung – Ein Schritt zu mehr Gesundheit

Die gesundheitsbezogene Selbsthilfe hat sich zu einer der wichtigsten Säulen im Gesundheitsbereich entwickelt. Die Aktivitäten der Selbsthilfe sind von herausragender Bedeutung für die Prävention und Gesundheitsförderung in der Bevölkerung. Sie vervollständigen die professionellen Angebote der gesundheitlichen Versorgung, indem sie wertvolle Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung und Überwindung von Schnittstellenproblemen leisten.

Außerdem unterstützt sie maßgeblich die Versorgung und Rehabilitation chronisch kranker und behinderter Menschen. Dies ist wichtig, weil chronisch kranke und behinderte Menschen ihr Leben lang mit vielfältigen, besonderen Problemlagen konfrontiert sind, die den Umgang mit der eigenen Erkrankung bzw. Behinderung, die gesundheitliche Versorgung, die die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Beziehungen zu anderen Menschen betreffen.

Warum fördern die Betriebskrankenkassen die gesundheitsbezogene Selbsthilfe?

Damit die Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen ihre Arbeit erfolgreich gestalten können, brauchen sie verlässliche und systematische Unterstützung. Deshalb ist die Förderung der Selbsthilfe seit dem Gesundheitsreformgesetz 2000 Pflichtaufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe erfolgt auf der gesetzlichen Grundlage des § 20h Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) Gesetzliche Krankenversicherung (SGB V). Selbsthilfe im Sinne des § 20h SGB V ist charakterisiert durch Betroffenenkompetenz von Menschen mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung und ihrer Auseinandersetzung mit der Erkrankung oder Behinderung, der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung in Gruppen.

Die Förderung erfolgt seit 2008 über zwei Förderstränge:

  • die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung und
  • die krankenkassenindividuelle Projektförderung

Die jährlich verfügbaren Selbsthilfefördermittel der Krankenkassen sind gesetzlich festgelegt. 2018 stehen 1,10 Euro pro Versicherten zur Verfügung. Auf die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung entfallen davon mindestens 50 % der Fördermittel (0,55 Euro). Mit den übrigen maximalen 50 % der Mittel fördert die/der einzelne Krankenkasse(n)/-verband die Selbsthilfe und entscheidet jeweils krankenkassenindividuell über eine Förderung. Zur Förderung der Selbsthilfe hat der GKV-Spitzenverband in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Krankenkassen auf Bundesebene unter Beteiligung der Vertretungen der für die Wahrnehmung der Interessen der Selbsthilfe maßgeblichen Spitzenorganisationen der Selbsthilfe gemeinsame und einheitliche Grundsätze zur Förderung der Selbsthilfe gemäß § 20h SGB V vom 10. März 2000 in der Fassung vom 17. Juni 2013 (kurz: „Leitfaden zur Selbsthilfeförderung“) entwickelt. Darin sind die Voraussetzungen und Kriterien für eine finanzielle Förderung der gesundheitsbezogenen Aktivitäten von Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen geregelt. Hiernach können nur Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen gefördert werden, deren Aktivitäten sich auf die Prävention oder Rehabilitation bei bestimmten Krankheiten beziehen.

Im Interesse einer einheitlichen Rechtsanwendung und unter Beteiligung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wurde darüber hinaus ein Verzeichnis von Krankheitsbildern beschlossen, für die eine Förderung zulässig ist.

 

Wer ist zuständig für die Vergabe von Fördermitteln bei der kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung?

Mit der krankenkassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung unterstützen die Krankenkassen/-verbände im Rahmen einer Pauschalförderung gemeinsam und einheitlich die Selbsthilfegruppen und deren Landesorganisationen sowie die Selbsthilfekontaktstellen.

Damit eine solche krankenkassenübergreifende Gemeinschaftsförderung auch funktioniert, gibt es die Arbeitsgemeinschaften (ARGE) Selbsthilfeförderung in Hamburg, Schleswig- Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen. Diese ARGEen befinden – unter beratender Mitwirkung von Vertretern der Selbsthilfe – über die Zuteilung von Pauschalförderung, also über finanzielle Unterstützung der routinemäßigen originären gesundheitsbezogenen Selbsthilfearbeit (z.B. Raumkosten, Büromaterialien, Weiterbildungen, Gremiensitzungen, Informationsmaterialien, etc.).

Demzufolge müssen die Anträge auf Pauschalförderung ausschließlich bei den ARGE gestellt werden.

Weitere Informationen zu den krankenkassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderungen in den Bundesländern Hamburg, Schleswig- Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen, die der BKK-Landesverband NORDWEST im Auftrag der Betriebskrankenkassen betreut, finden Sie nachfolgend.

Nordrhein-Westfalen

Weitere Informationen zum Förderverfahren sowie die Antragsvordrucke zu den krankenkassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderungen für die regionale Selbsthilfegruppen, Landesverbände/-organisationen der Selbsthilfe und Selbsthilfekontakstellen in Nordrhein-Westfalen, finden Sie unter.

http://gkv-selbsthilfefoerderung-nrw.de

 

Hamburg

Selbsthilfegruppen-Förderung

In Hamburg werden Selbsthilfegruppen aus öffentlichen Mitteln und von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert. Zur Verteilung der Fördermittel wurde der Hamburger Selbsthilfegruppen-Topf geschaffen. Alle Hamburger Selbsthilfegruppen können einen Antrag auf Pauschalförderung beim Selbsthilfegruppen-Topf stellen. Über die Vergabe der Fördermittel entscheidet ein Vergabeausschuss, der paritätisch aus Vertretern des öffentlichen Lebens (benannt von den in der Hamburgischen Bürgerschaft vertretenen Fraktionen) und gewählten Vertretern von Selbsthilfegruppen sowie den Krankenkassenvertretern zusammengesetzt ist. Mitarbeiter von KISS Hamburg und der Behörde für Soziales, Familie und Gesundheit nehmen beratend an den Sitzungen des Vergabeausschusses teil.

Weitere Information finden Sie unter:
http://www.kiss-hh.de/beratungfoerderung/beratung-zur-finanziellen-foerderung/formulare.html

Landesverbände/-organisationen der Selbsthilfe

Zur Abwicklung der Pauschalförderung für Selbsthilfeorganisationen bilden die gesetzlichen Krankenkassen/-verbände eine Arbeitsgemeinschaft, die Hamburger  Koordinierungsstelle der gesetzlichen Krankenversicherung zur Förderung von Selbsthilfeorganisationen (Koordinierungsstelle SHO-Förderung) heisst und die mit KISS Hamburg und der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen e.V. zusammenarbeitet.

Zur Optimierung des Förderverfahrens werden die gesetzlichen Krankenkassen/-verbände die Anträge auf Pauschalförderung ab 2018 selbst entgegen nehmen. Die Anträge auf Pauschalförderung sind daher  bis zum 28. Februar 2018 zu senden an die

Hamburger Koordinierungsstelle zur Förderung der Selbsthilfeorganisationen
c/o IKK classic
Maja Jaeger
Kieler Straße 464-470
22525 Hamburg

Das Antragsformular finden Sie hier:

Antrag

Selbsthilfekontaktstellen

KISS Hamburg wird durch Zuwendungen der Hansestadt Hamburg und durch Fördermittel der gesetzlichen Krankenkassen/-verbände finanziert.

Der Antrag ist bis zum 30.04. eines Jahres zu senden an:

Verband der Ersatzkassen (vdek)
Landesvertretung Hamburg
Sachsenstraße 6 (Haus D)
20097 Hamburg

Das Antragsformular finden Sie hier:

Antrag

 

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein

Zur Umsetzung der kassenartenübergreifenden Förderung gründeten die Krankenkassen/-Verbände in Schleswig-Holstein die Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfeförderung Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern die Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfeförderung Mecklenburg-Vorpommern. Die beteiligten Krankenkassen/-verbände vereinbaren eine jährlich wechselnde Federführung.

Ansprechpartner der ARGE Selbsthilfeförderung im Jahr 2018:

Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern
Selbsthilfegruppen Landesorganisationen und Kontaktstellen Selbsthilfegruppen, Landesorganisationen und Kontaktstellen
Knappschaft Regionaldirektion Nord
Vertragsabteilung
Herrn Achim Hoffmann/
Frau Heike Josenhans
Millerntorplatz 120359 Hamburg
BKK-Landesverband NORDWEST
Frau Kim Ebert
Süderstr. 24
20097 Hamburg
AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Prävention
Herrn Detlef Fronhöfer
14456 Potsdam

Die Anträge auf Pauschalförderung müssen in Schleswig-Holstein bis zum 31.01. eines Jahres bei dem jeweiligen Ansprechpartner vorliegen.

Die Antragsunterlagen finden Sie auf:
www.arge-selbsthilfefoerderung-sh.de

In Mecklenburg-Vorpommern müssen die Anträge bis zum 31.12 des Vorjahres von den Landesorganisationen sowie den Selbsthilfekontaktstellen und bis zum 31.01. eines Jahres von den Selbsthilfegruppen bei der jeweiligen ARGE Selbsthilfeförderung vorliegen. Die Anträge für Selbsthilfegruppen, die sich im Laufe eines Förderjahres neu gegründet haben, sind bis zum 01.09. einzureichen.

Für Mecklenburg-Vorpommern finden Sie die Antragsformulare 2018 hier:

2018_selbsthilfe_antrag_pauschalfoerderung_kontaktstellen_mv

2018_selbsthilfe_antrag_pauschalfoerderung_landesorganisationen_mv

2018_selbsthilfe_antrag_pauschalfoerderung_selbsthilfegruppen_mv

 

Wer ist zuständig für die Vergabe von Fördermitteln bei der kassenindividuellen Projektförderung?

Neben der Gemeinschaftsförderung können bei den BKK Fördermittel für Projekte im Rahmen der kassenindividuellen Förderung beantragt werden. Die krankenkassenindividuelle Förderung, die vorrangig als Projektförderung angelegt ist, gliedert sich innerhalb des BKK-Systems in ein dreistufiges Modell:

  • Die Förderung der Bundesorganisationen der Selbsthilfe erfolgt durch den BKK Dachverband
  • Die Förderung der Landesorganisationen und der Kontaktstellen der Selbsthilfe übernimmt der BKK-Landesverband NORDWEST.
  • Örtliche/regionale Selbsthilfegruppen werden unmittelbar von den Betriebskrankenkassen vor Ort unterstützt.

Unter Projektförderung versteht man, im Unterschied zur Pauschalförderung, die gezielte, zeitlich begrenzte Förderung einzelner, inhaltlich abgegrenzter Vorhaben und Aktionen der Selbsthilfe. Dazu gehören beispielsweise Veranstaltungen oder Veröffentlichungen zu Themen, die über die normalen Aktivitäten der Selbsthilfe hinausgehen.

Der BKK-Landesverband NORDWEST nimmt die Projektförderung für die Betriebskrankenkassen in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein wahr, um Projekte von Landesorganisationen und Kontaktstellen der Selbsthilfe fördern zu können. Förderschwerpunkte wurden nicht beschlossen. Ebenso wurde keine Antragsfrist festgelegt.

Nordrhein-Westfalen

Regionale Selbsthilfegruppen

Der Antrag für eine kassenindividuelle Förderung der örtlichen/ regionalen Selbsthilfegruppen ist entweder an eine Betriebskrankenkasse oder an die zuständige BKK Arbeitsgemeinschaft zu richten.
Weitere Informationen finden Sie unter:

http://gkv-selbsthilfefoerderung-nrw.de/regionale-foerderung-projektfoerderung/

 

Landesverbände/-organisationen der Selbsthilfe

Um das Verfahren für die Landesorganisationen der Selbsthilfe einfacher zu gestalten, haben sich die Krankenkassen/-verbände in NRW für ein koordiniertes Verfahren entschieden. Sofern ein gleichlautender Projektantrag bei allen nordrhein-westfälischen Krankenkassen/-verbänden gestellt werden soll, kann dieser über einen Projektantrag eingereicht werden. Eine koordinierte Bearbeitung des Antrages kann allerdings nur gewährleistet werden, wenn die vollständigen Unterlagen bis spätestens zum 30. April eingegangen sind. Die Koordination – auch Federführung genannt – übernimmt jeweils ein Vertreter/eine Vertreterin einer Krankenkasse/eines Krankenkassenverbandes. Die Federführung wechselt jährlich. Den Ansprechpartner sowie das Antragsformular finden Sie unter

http://gkv-selbsthilfefoerderung-nrw.de/landesorganisationen-projektfoerderung/

Möchten Sie Ihr Projekt nur mit dem BKK-Landesverband NORDWEST realisieren, senden Sie Ihren Antrag bitte direkt an:

Herrn Thomas Wagemann
GB Verbandspolitik/ Lobbying
Referat Gesundheit/ Versicherung/Lobbying

BKK-Landesverband NORDWEST
– Hauptverwaltung Essen –
Hatzper Str. 36
45149 Essen
Telefon: 0201 / 179-1608
E-Mail: thomas.wagemann@bkk-nordwest.de

Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein

Regionale Selbsthilfegruppen

Der Antrag für eine kassenindividuelle Förderung der örtlichen/ regionalen Selbsthilfegruppen ist direkt an eine Betriebskrankenkasse zu richten. Eine Förderung durch den BKK-Landesverband NORDWEST ist leider nicht möglich.

Landesverbände/-organisationen der Selbsthilfe

Bitte verwenden Sie zur Beantragung projektbezogener Fördermittel beim BKK-Landesverband NORDWEST nachfolgende Formulare.

Für Hamburg finden Sie Ihren Projektantrag hier:

2018_selbsthilfe_antrag_projektförderung_landesorganisationen_hh

Für Mecklenburg-Vorpommern finden Sie Ihren Projektantrag hier:

2018_selbsthilfe_antrag_projektfoerderung_landesorganisationen_mv

Für Schleswig-Holstein finden Sie Ihren Projektantrag hier:
http://www.arge-selbsthilfefoerderung-sh.de/formulare.php

Bitte richten Sie Ihren Projektantrag an:

Frau Kim Ebert
GB Verbandspolitik/ Lobbying
Referat Gesundheit/ Versicherung/Lobbying

BKK-Landesverband NORDWEST
– Hauptverwaltung Hamburg –
Süderstr. 24
20097 Hamburg
Telefon: (040) 25 15 05 – 230
E-Mail: kim.ebert@bkk-nordwest.de

Transparenz

Im Förderjahr 2016 stellten die Betriebskrankenkassen der Selbsthilfe bundesweit ca. 12.000.000 Euro zur Verfügung.

Der BKK-Landesverband NORDWEST erhält davon für die Bundesländer Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen:

  • knapp 1.500.000 Euro für die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung von Selbsthilfegruppen, Landesorganisationen und Kontaktstellen der Selbsthilfe
  • über 485.000 Euro für die Projektförderung von Landesorganisationen und Kontaktstellen der Selbsthilfe sowie bundesweiter Selbsthilfeangebote

Eine detaillierte Übersicht für das Förderjahr 2016 finden Sie hier:
Transparenzbericht der Projektförderung für das Förderjahr 2016

Links zur Selbsthilfe

Downloads zum Thema Selbsthilfe