Pressemitteilung: Arbeitnehmer in NRW länger krank als Bundesdurchschnitt
Essen, 21.7.2010
Arbeitnehmer in NRW länger krank als Bundesdurchschnitt - Psychische Erkrankungen bei Arbeitslosen an der Spitze
Trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage auf dem Arbeitsmarkt lassen sich die Arbeitnehmer in NRW immer häufiger krankschreiben. Dabei fiel im vergangenen Jahr jeder Arbeitnehmer aus NRW an 15,1 Tagen krankheitsbedingt aus. Das ist ein Krankenstand von 4,1 Prozent (2008: 14,2 Tage). Bundesweit fehlten die Arbeitnehmer dagegen „nur" 14,4 Tage (2008: 13,4 Tage).
Zwar sind Muskel- und Skeletterkrankungen immer noch die häufigste Krankheitsursache, jedoch fehlten zu Beginn der Neunziger Jahre die Beschäftigten deswegen doppelt so häufig. (1990: 8 Tage; 2009: 4 Tage). Nach den Atemwegserkrankungen (2,3 Tage) und Verletzungen (1,9 Tage) liegen die psychischen Erkrankungen (1,8 Tage) auf Platz vier bei den Arbeitnehmern.
Dagegen liegen bei den Arbeitslosen (ALG - I - und ALG - II -) die psychischen Erkrankungen an der Spitze in NRW mit durchschnittlich 5,5 Tagen. Fast ein Viertel ihrer Krankheitstage, bei den ALG - I- Empfängerinnen sogar 29 Prozent, werden mit einer psychischen Diagnose gemeldet.
Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung bei den Arbeitsunfähigkeitstagen in den verschiedenen Krankheitsarten ist der Strukturwandel in der Wirtschaft: Die Dienstleistungen gewinnen auch in NRW, das produzierende Gewerbe verliert an Bedeutung.
So leiden Sozialarbeiter und Telefonisten auffällig häufig unter psychischen Erkrankungen. Aber auch in Branchen, die sich generell durch niedrige Krankenstände auszeichnen, haben die Betriebskrankenkassen psychisch bedingte Krankschreibungen festgestellt, die deutlich über den Durchschnitt liegen, so z.B. im Kredit- und Versicherungsgewerbe und in der Medienbranche.
Auslöser seelischer Krankheiten können Stress am Arbeitsplatz sein, verursacht durch steigende Arbeitsdichte, geringe Handlungsspielräume sowie Zeitdruck und Arbeitsplatzunsicherheit.
Die Betriebskrankenkassen analysieren die gesundheitlichen Befunde von jedem fünften sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Diese Analyse bildet damit ein repräsentatives Bild des Krankheitsgeschehens in der Arbeitswelt.
Ansprechpartner:
Karin Hendrysiak, Pressesprecherin NRW
Tel.:0201/179-1511, Fax: -1691
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E-Mail: Karin.Hendrysiak@bkk-nordwest.de
