Pressemitteilung: Fehlzeiten in Schleswig-Holstein und Hamburg im Bundestrend
Die Beschäftigten in Schleswig-Holstein fehlen nach jüngsten Daten krankheitsbedingt am Arbeitsplatz durchschnittlich 14,4 Tage im Jahr und liegen damit im Bundesdurchschnitt (14,4 Tage). Im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern (16,8 Tage) ist der Krankenstand weit höher. Auch dauern Krankheitsfälle in Schleswig-Holstein mit 12,6 Tagen je Fall nur unwesentlich länger, als im Bundesdurchschnitt (12,5 Tage). Die Hamburger Arbeitnehmer sind ebenfalls 14,4 Tage im Jahr arbeitsunfähig. Krankheitsfälle in Hamburg dauern allerdings mit 13,1 Tagen rund einen halben Tag länger, als im Bundesdurchschnitt.
Seit rund drei Jahren steigen die Krankenstände deutschlandweit leicht, aber kontinuierlich an. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres stagnieren die Krankenstände im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Von Januar bis Mai 2010 lagen die monatsdurchschnittlichen Werte bei 4,20 Prozent, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 4,23 Prozent (2008: 4,09 Prozent, 2007: 3,97 Prozent).
Im gesamten Jahr 2009 fehlten die Arbeitnehmer krankheitsbedingt an 14,4 Tagen, das entspricht einem Krankenstand von 3,9 Prozent über das gesamte Jahr. 2008 fielen die Beschäftigten einen Tag weniger (13,4 Tage) aus, während 2006 mit 12,4 Tagen die geringsten Krankentage seit 30 Jahren gemeldet wurden.
Auf Muskel- und Skeletterkrankungen (vor allem Rückenleiden) gehen mit 25 Prozent die meisten Krankentage zurück, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 17 Prozent. An dritter Stelle folgen Verletzungen (13 Prozent). Zu Beginn der 90er Jahre fehlten die Beschäftigten wegen Erkrankungen des Bewegungsapparates noch etwa doppelt so häufig (1990: durchschnittlich 8 Tage; 2009: 3,8 Tage). Aktuell sind psychische Erkrankungen mit 11 Prozent aller Krankentage die vierthäufigste Krankheitsgruppe. Die Betroffenheit mit diesen Krankheiten hat sich in etwa einer Generation mehr als verfünffacht. Diese hohe Dynamik hat die Arbeitsbedingungen nicht als alleinige Ursache. Trotzdem kann Stress am Arbeitsplatz, verursacht durch steigende Arbeitsdichte, geringem Handlungsspielraum sowie durch Zeitdruck und Arbeitsplatzunsicherheit seelische Krankheiten auslösen oder Krankheitsphasen verlängern. Arbeitslosigkeit befördert offenbar den Ausbruch psychischer Erkrankungen: 2009 lagen die Krankheitstage der Bezieher von ALG I oder II um 46 Prozent über denen der Beschäftigten.
Die BKK analysiert die gesundheitlichen Befunde von jedem fünften sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Diese Analyse bildet damit ein repräsentatives Bild des Krankheitsgeschehens in der Arbeitswelt. Zum BKK-Landesverband NORDWEST gehören 41 Betriebskrankenkassen, die ihren Sitz in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen haben. Knapp vier Millionen Mitglieder und ihre Familienangehörigen sind in diesen vier Ländern in einer BKK krankenversichert.
Ansprechpartner:
Thomas Fritsch, Pressereferent HH/ SH/ MV
Tel.: (040) 251505-258, Fax: -858
E-Mail: Thomas.Fritsch@bkk-nordwest.de
