Pressemitteilung: Startschuss in den Kreisen Mettmann und Düren für die spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung
Gemeinsame Pressemitteilung
Die Kreise Mettmann und Düren sind im Rheinland die Pioniere in der umfassenden häuslichen Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen. In der Region Mettmann-Nord (mit den Städten Velbert, Wülfrath, Heiligenhaus und Ratingen) sowie im Kreis Düren bestehen jetzt die ersten regionalen Verträge zur Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Das bedeutet konkret: Schwerstkranke und sterbende Menschen können jetzt auf ihren Wunsch zuhause umfassend medizinisch und pflegerisch, bei Bedarf rund um die Uhr, versorgt werden. Der Weg ins Krankenhaus oder in ein Hospiz oder Sterben im Altenheim wird damit zugunsten des letzten Lebensabschnittes in der gewohnten häuslichen Umgebung vermieden. Ziel der Palliativ-Medizin ist die Schmerzlinderung bei schwerstkranken Patienten.
Die gesetzlichen Krankenkassen, die diesen Vertrag unter Federführung der AOK Rheinland/Hamburg mit Ärzten, Pflegefachkräften und weiteren Beteiligten abgeschlossen haben, begrüßten den Durchbruch für die Schwerstkranken unter ihren Versicherten. Cornelia Prüfer-Storcks, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg, erklärte: „Patienten, die dies wünschen, werden einen schnellen, unbürokratischen Zugang zu dieser hochwertigen Versorgung bekommen." Damit können jetzt Patienten in Mettmann-Nord und im Kreis Düren, die bisher ins Krankenhaus eingewiesen wurden, im vertrauten häuslichen Umfeld medizinisch versorgt und umfassend gepflegt werden. Beteiligt sind neben der AOK Rheinland/Hamburg die Ersatzkassen, die Betriebskrankenkassen, die IKK sowie die Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse.
Für die Versorgung steht in Mettmann-Nord das Palliative-Care-Team „SAPV Niederberg" bereit. Das Team besteht aus acht qualifizierten Palliativ-Ärzten, fünf qualifizierten Palliativ-Pflegekräften und drei weiteren Mitarbeitern wie einer Fachkraft einer psychiatrischen Klinik. Unter den Ärzten sind Allgemeinmediziner, Internisten oder Klinikärzte. Hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit von niedergelassenen und stationären Medizinern. Das Palliativ-Care-Team deckt im Kreis Mettmann-Nord eine Zahl von knapp 250 000 Einwohnern ab.
Im Kreis Düren (mit den Städten Düren, Jülich, Linnich, Nideggen, Heimbach mit den Gemeinden Kreuzau, Niederzier, Aldenhoven, Langerwehe, Nörvenich, Merzenich, Vettweiß, Hürtgenwald, Titz und Inden) wird ein Palliative-Care-Team der Wohnanlage Sophienhof gGmbH aus fünf qualifizierten Palliativ-Ärzten, vier qualifizierten Palliativ-Fachkräften und drei weiteren Mitarbeitern tätig werden. Seine Zuständigkeit umfasst ca. 270 000 Einwohner.
Etwa zehn Prozent aller Sterbenden benötigen eine besonders aufwändige, spezialisierte Versorgung. Um dies in häuslicher Umgebung zu ermöglichen, setzt die SAPV auf je ein Palliative-Care-Team in den 33 Regionen in Nordrhein, in denen bereits Palliativ-Netzwerke arbeiten. Ein Palliative-Care-Team besteht aus mindestens drei qualifizierten Palliativ-Medizinern und mindestens vier Palliativ-Pflegekräften. Voraussetzung für die Teilnahme an der Versorgung ist neben der Qualifikationsanforderung die Sicherstellung einer 24-Stunden-Bereitschaft an sieben Tagen in der Woche. Dazu kommen Kooperationen mit ambulanten Hospizen und Apotheken.
Hat der Patient vom Haus-, Fach- oder Krankenhaus-Arzt eine Verordnung bekommen, dann besucht das Palliative-Care-Team den Kranken zu Hause und plant die optimale häusliche Versorgung unter Einbeziehung des Haus- oder Facharztes. Die Betreuung kann sich ebenso auf bestimmte Phasen erstrecken oder nur auf einen Teilbereich der Versorgung.
„Bei der SAPV handelt es sich nicht um ein Wettbewerbsfeld", so Andreas Hustadt, Leiter des Verbandes der Ersatzkassen in NRW, „da sind sich alle gesetzlichen Krankenkassen einig. Im Mittelpunkt steht für uns allein die bestmögliche Versorgung der Versicherten."
| Federführend für die Veröffentlichung: AOK Rheinland/HamburgAndré Maßmann M.A.Telefon: 0211/ 8791 1262 Verband der Ersatzkassen, vdekDirk RuissTelefon: 0211/ 384 1015 BKK Landesverband NRWKarin HendrysiakTelefon: 0201/ 179-1511 KnappschaftSusanne Heinrich Telefon: 0234/ 30482-100 IKK NordrheinMichael Lobscheid Telefon: 01880 4551560 LandwirtschaftlicheKrankenkasse NRWHeinz SchmidTelefon: 0211/ 3387 366 |
