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Pressemitteilung: Aufsuchende Schulsprechstunde - LVR-Klinikum Essen und BKK fördern psychiatrische Beratung für auffällige Jugendliche

„Aufsuchende Schulsprechstunde", so heißt das erste landesweite Projekt, das sich vor Ort in den Schulen um auffällige Schüler kümmert. Initiiert von der Kinder- und Jugendpsychiatrie des LVR-Klinikums Essen und unterstützt von den Betriebskrankenkassen in NRW, wurden bisher an zehn Essener Schulen - von der Förderschule bis zum Gymnasium - Schüler untersucht, bei denen sich auf Grund ihres Verhaltens eine psychische Erkrankung vermuten lässt. Ziel des Projektes ist es, mit Unterstützung der Lehrer die Jugendlichen zu identifizieren, die psychologische oder psychiatrische Hilfe benötigen, um dann ggf. eine Erkrankung zu diagnostizieren um die Therapie einzuleiten.

Das Ergebnis des ersten jetzt abgeschlossenen Projektes: Bei 82 der 86 ausgesuchten Schüler konnte eine erste Verdachtsdiagnose gestellt werden. Nach weiterführenden Gesprächen bei 63 dieser Jugendlichen wurde die Empfehlung einer Therapie ausgesprochen.

Die Schulen hatten sich im Vorfeld um die Teilnahme an diesem Projekt bemüht. Die Jugendlichen hingegen konnten sich nicht selbst bewerben, sondern wurden zunächst von ihren Lehrern ausgewählt und dem Projektteam aus Psychologen und Ärzten zu einem Erstgespräch empfohlen. Um hierbei keine unangenehme Situation für die Jugendlichen entstehen zu lassen, fand diese Begegnung in der Schule und im Beisein der Eltern statt.

„Für die Jugendlichen selbst", so Diplom-Psychologin Jana Metzelaars die das Projekt vor Ort leitete, „war es oftmals eine Erleichterung, die Diagnose zu hören. Auffällig war dabei für uns vor allem, dass in dem Projekt ein überdurchschnittlich hoher Anteil von Jugendlichen mit vergleichsweise schweren psychischen Erkrankungen erkannt werden konnte." Hier handelte es sich primär um soziale und emotionale Störungen. Jörg Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des BKK Landesverbandes NRW:
„Psychische Erkrankungen sind gerade bei Jugendlichen nicht immer leicht als solche zu erkennen: Zu schnell werden sie als Mauerblümchen, Klassenschläger, schlecht erzogen oder einfach pubertär abgestempelt. Dabei sind Verhaltensauffälligkeiten nicht nur für das Umfeld, sondern auch für die Jugendlichen selbst eine große Belastung. Hier wollen wir als Betriebskrankenkassen helfen und unterstützen deshalb auch weiterhin dieses Projekt!" Helfen ist auch das Ziel der Ärzte und Psychologen rund um Prof. Dr. Johannes Hebebrand, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie des LVR-Klinikums Essen. „Liegt eine psychiatrische Erkrankung vor, so ist es wichtig, dass diese möglichst früh diagnostiziert wird, damit man sie auch erfolgreich therapieren kann", so Prof. Dr. Hebebrand. „Unser Projekt konzentriert sich dabei auf diejenigen, die ohne Hilfe nicht zu uns hinfinden würden."

Der Erfolg des Projekts wird auch von den teilnehmenden Schulen bestätigt: Alle zehn Schulen nehmen an der jetzt zweiten Projektrunde teil. Das Projekt findet unter Beteiligung niedergelassener Kinder- und Jugendpsychiater statt.

Ansprechpartner:
Karin Hendrysiak, Pressestelle BKK Landesverband NRW,
Tel.: 0201/179-1511, E-Mail: k.hendrysiak@bkk-nrw.de
Kirsten Lieps, Pressestelle LVR-Klinikum Essen,

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