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Beschäftigte in NRW fehlen aufgrund psychischer Leiden immer länger – Starke regionale Unterschiede

In NRW fallen im Bundeslandvergleich überdurchschnittlich viele Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund einer „Depression“ an. Bei dieser psychischen Diagnose beträgt die Ausfallzeit in NRW im Schnitt 67 Tage je Fall – was fast neun Tage mehr als der Bundesdurchschnitt ist. Höhere Werte sind nur noch in Hamburg und Schleswig-Holstein zu finden. Während in einzelnen Kreisen (z. B. Hochsauerlandkreis und Warendorf) nur relativ wenige Fehltage aufgrund einer „Depression“ anfallen, gibt es aber auch mehrere Kreise und Städte in NRW, die aufgrund einer solchen diagnostizierten Erkrankung deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen – beispielhaft zu nennen sind Bottrop, Gelsenkirchen und Mönchengladbach. Das ergab jetzt eine Studie der Betriebskrankenkassen „BKK-Gesundheitsatlas 2015 – Blickpunkt Psyche“.

Die unterschiedliche Erkrankungshäufigkeiten in den Regionen hängen u.a. zusammen mit z. B. der Ärztedichte (Nervenarzt, Hausarzt, Psychiater, Psychotherapeut).

Auch bei der Verordnung von Antidepressiva liegt NRW mit 8,2 % der Versicherten über dem Bundesdurchschnitt (7,7%). Auch hier gibt es regionale Unterschiede bei Stadt- und Landkreisen.

Der stetige Anstieg der psychischen Erkrankungen im Bundesgebiet und in NRW liegt u.a. darin, dass die Menschen ihr psychisches Leiden akzeptieren und Hilfen im Gesundheitswesen in Anspruch nehmen. Entsprechend häufiger werden Beschäftigte wegen sogenannter „F-Diagnosen“ (z. B. Angst-, Ess- und Persönlichkeitsstörungen) krankgeschrieben. Die heutzutage umfangreicheren Kenntnisse psychischer Krankheitsbilder bei Allgemeinmedizinern und Hausärzten tragen ebenfalls zum Anstieg der Krankschreibungen wegen psychischer Probleme bei.

Diagramme:

Diagramm 1.21
AU-Tage der Mitglieder ohne Rentner nach Bundesland (Wohnort) für die depressive Episode (F32) – Alter und Geschlecht standardisiert (Berichtsjahr 2013)

Diagramm 1.22
AU-Tage der Mitglieder ohne Rentner nach Kreis (Wohnort) für die depressive Episode (F32) – Alter und Geschelcht standardisiert (Berichtsjahr 2013)

Diagramm 2.9
Versicherte mit Diagnose depressive Episode (F32) nach Bundesland (Wohnort) – standardisiert nach Alter und Geschlecht (Berichtsjahr 2013)

Diagramm 2.10
Versicherte mit Diagnose depressive Episode (F32) nach Bundesland (Wohnort) – standardisiert nach Alter und Geschlecht (Berichtsjahr 2013)

 

Nähere Einzelheiten unter http://www.bkk-nordwest.de/presse-center/

 

Ansprechpartner:
Karin Hendrysiak, Pressereferentin NRW
Tel.:0201/179-1511, Fax: -1691
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E-Mail: Karin.Hendrysiak@bkk-nordwest.de