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BKK-Landesverband NORDWEST und KV Nordrhein fördern rationale Antibiotikatherapie

Essen/Düsseldorf, 24.11.2016

Gemeinsame Presseinformation
BKK-Landesverband NORDWEST und KV Nordrhein fördern rationale Antibiotikatherapie

Aktuelle Untersuchungen des BKK-Landesverbandes NORDWEST weisen darauf hin, dass eine Vielzahl von Antibiotika-Verordnungen überflüssig sind. Dies ist nicht nur vor dem Hintergrund möglicher Nebenwirkungen, sondern auch angesichts der Entwicklung von Resistenzen, die zu lebensbedrohlichen Infektionen führen können, bedenklich.
Ursachen für den viel zu hohen Antibiotikaeinsatz sind:
1.    Antibiotika werden immer noch für Erkrankungen verordnet, für die sie nicht notwendig oder von vornherein unwirksam sind, beispielsweise bei einem einfachen Erkältungsschnupfen.
2.    Antibiotika werden noch zu ungezielt eingesetzt, zum Beispiel ohne Wirksamkeitstest. Besonders bedenklich ist das beim Einsatz von Reserveantibiotika.

Neuer Vertrag ab Januar 2017
Der BKK-Landesverband NORDWEST und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein beabsichtigen vor diesem Hintergrund, zum
1. Januar 2017 einen Vertrag abzuschließen, mit dem ein gezielter Antibiotikaeinsatz gefördert werden soll. Ziel des Vertrages ist es, schnell festzustellen, ob überhaupt und wenn ja, welche antibiotische Therapie notwendig ist. Zu diesem Zweck wird die Erstattung diagnostischer Verfahren verbessert und der höhere Beratungsaufwand des Arztes honoriert.
Der Vertrag sieht hierzu den Einsatz von Antigen-Schnelltests bei Rachenentzündungen sowie von Empfindlichkeitsprüfungen (Antibiogrammen) bei Harnwegs- und Wundinfektionen vor. Aufgrund von BKK-Daten wird hier ein großes Reduzierungspotenzial vermutet.
Der Vertrag gilt für die Regionen Essen und Duisburg und ist zunächst auf zwei Jahre befristet. „Wir wollen sehen, ob sich mit unseren Maßnahmen der Antibiotikaverbrauch signifikant senken lässt. Wenn dieser Vertrag entsprechende Ergebnisse zeigt, besitzt er nicht nur für Nordrhein, sondern für ganz Deutschland Modellcharakter“, sagt Dr. med. Peter Potthoff, Vorsitzender der KV Nordrhein.
„Wir wollen Missstände nicht nur aufzeigen, sondern auch Verantwortung übernehmen und Lösungswege aufzeigen“, sagt Dr. Dirk Janssen, stellvertretender Vorstand der BKK-LV NORDWEST. Denn die bislang von der Bundesregierung im aktuellen Gesetzesentwurf zum Arzneimittelversorgungs-Stärkungsgesetz (AVSG) geplanten Maßnahmen, die Förderung von neuen Schnelltests, reichen seiner Meinung nach nicht aus. „Dies ist eine Scheinlösung. Bis neue Verfahren in der Praxis ankommen, werden Jahre vergehen. Zeit, die wir im Kampf gegen die Resistenzbildung nicht haben. Denn es fehlt nicht an Testverfahren, sondern am Einsatz der vorhandenen Testverfahren.“

Der BKK-Landesverband NORDWEST hat dem Bundesgesundheitsministerium einen Gesetzesvorschlag zur verbindlichen Regelung leitlinienbasierter Diagnostikverfahren vorgelegt. Bisher allerdings ohne befriedigende Resonanz.

Ansprechpartner:
BKK-Landesverband NORDWEST
Karin Hendrysiak, Hatzper Str. 36, 45149 Essen
Tel.: 0201/179-1511, Mobil: 0170/9235426
E-Mail: Karin.Hendrysiak@bkk-nordwest.de

Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein
Dr. Heiko Schmitz, Tersteegenstraße 9, 40474 Düsseldorf
Tel.: 0211/5970-8505/8280, E-Mail: presse@kvno.de

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