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Eine Honorar-Einigung speziell für Hamburg

Zwei-Jahres-Vertrag unterstützt besondere Bereiche der ambulanten Grundversorgung
HAMBURG, 16.06.2016 – Die Hamburger Krankenkassen und die Kassenärztliche
Vereinigung Hamburg (KVH) haben sich nach einer intensiven
Verhandlungsrunde auf ein Honorarpaket verständigt, mit dem vor
allem die ambulante Grundversorgung in Hamburg verbessert wird. Um
die Maßnahmen umsetzen zu können, haben die Vertragsparteien erstmals
einen Zwei-Jahres-Vertrag abgeschlossen.
Für 2016 wurde vereinbart, die Vorgaben der Bundesebene zu übernehmen.
Damit wird der Hamburger Punktwert um 1,6 Prozent angehoben
auf nunmehr 10,6535 Cent. Darin enthalten ist der „Hamburg-Zuschlag“
in Höhe von 0,2174 Cent, der 2013 vom Schiedsamt festgesetzt worden
war, von den Krankenkassen beklagt wurde und derzeit beim Bundessozialgericht
zur Verhandlung ansteht. Der Behandlungsbedarf wird um
knapp 1,1 Prozent angehoben.
Zur Verbesserung spezifischer Bedingungen der ambulanten Versorgung
in Hamburg stellen die Krankenkassen darüber hinaus zusätzliche
Gelder für spezielle Leistungsbereiche bereit. Hierzu zählen Pauschalen
für chronisch kranke Patienten, für Gesprächsleistungen in der Kinderund
Jugendmedizin und für die fachärztliche Grundversorgung. Diese
Leistungen werden zwar nicht extrabudgetär honoriert, die zur Verfügung
stehenden Finanzmittel in Höhe von 7 Millionen Euro dürften auf
der Basis der aktuellen Abrechnungszahlen aber eine Honorierung zu
100 Prozent ermöglichen.
Zudem vereinbarten die Verhandlungspartner, dass weitere Leistungen
aus der Budgetierung herausgenommen und extrabudgetär gestellt werden.
Dies betrifft die Grundpauschale der internistischen Rheumatologen,
die Zuschläge für die Onkologievereinbarung für Gynäkologen und
Urologen sowie die Soziotherapie. Schlussendlich wurde die Pauschale
für Fahrtkosten im Rahmen von Hausbesuchen um 5 Prozent angehoben.
Die genannten Maßnahmen treten rückwirkend zum 1. Januar 2016 in
Kraft und werden zugleich für 2016 und 2017 vereinbart. Damit steht
jetzt schon fest, dass in 2017 nur über die Umsetzung der Bundesempfehlungen
verhandelt wird sowie über die gesetzlich vorgeschriebene
Prüfung der Anpassung des Leistungsbedarfs.
„Der ausgehandelte Kompromiss wird die ambulante medizinische Versorgung
der Versicherten in den kommenden Jahren weiter verbessern“,
sagte die Leiterin der Landesvertretung des Verbands der Ersatzkassen,
Kathrin Herbst, stellvertretend für die gesetzlichen Krankenkassen
in Hamburg. „Erfreulich ist aus unserer Sicht auch, dass die Verhandlungspartner
trotz anfangs weit auseinanderliegender Positionen in
einer fairen Verhandlungsatmosphäre doch noch zu einer Einigung gefunden
haben.“
Der Vorsitzende der KVH, Walter Plassmann, zeigte sich sehr zufrieden
über die konstruktive Verhandlungsatmosphäre: „Beide Seiten haben
zugehört und sind nicht beim Austausch bekannter Positionen hängengeblieben.“
Den Willen zur Einigung könne man auch an dem Novum
„Zwei-Jahres-Vertrag“ erkennen: „Die erreichten Ergebnisse sind angesichts
der Rahmenbedingungen bemerkenswert. Das war uns wichtig
genug, um uns auf zwei Jahre weitgehend festzulegen.“ Plassmann
wies darauf hin, dass die KVH weiter vorangekommen sei bei ihrem Ziel
einer reinen Einzelleistungsvergütung.