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Essstörungen als Unterrichtsprogramm – BKK starten Präventionsprogramm in Berufskollegs

Das Thema Essstörungen wird ab sofort in zahlreichen Berufskollegs im Regierungsbezirk Arnsberg als Unterrichtsprogramm eingeführt.
Die Auftaktveranstaltung fand heute (Montag, 16.10.2017) im Elisabeth-Lüders-Berufskolleg der Stadt Hamm statt. Lehrerinnen und Lehrer von umliegenden Berufskollegs diskutierten in der Podiumsdiskussion: „Essen (k)ein Problem?“ mit Jana Crämer, Autorin des Romans „Das Mädchen aus der 1. Reihe“ und seit ihrer Jugend essgestört, Karola Enners, Frauenberatung-Frauen helfen Frauen Arnsberg e.V. so-wie Prof. Dr. Stephan Herpertz, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums Bochum. Mit dabei waren ebenfalls die Musiker David Müller, alias Batomae, sowie Janik Müller, die den Song „Unvergleichlich“ aus der Konzert-Lesung mit Jana Crämer aufführten.

Mit der Vorstellung der Initiative und des Unterrichtsprogramms „bauchgefühl“ und einem Interview zum Thema Ernährung bei (Spitzen)Sportlern mit der Vize-Weltmeisterin im Ringen und Olympiateilnehmerin in Rio, Aline Focken, die Patin des Projekts „ bauchgefühl“ ist, endete die Veranstaltung.
Mit dem Projekt „bauchgefühl“ wollen die Betriebskrankenkassen (BKK) in NRW mit Hilfe der Lehrerinnen und Lehrer Jugendliche und junge Erwachsene für das Thema sensibilisieren. Ziel: Essstörungen sollen erst gar nicht entstehen!
Dazu erhalten die Berufskollegs Materialien zu den Themen Magersucht, Bulimie sowie Esssucht. Mit Video- und Audiosequenzen werden u.a. die Themen Essverhalten/Funktion des Essens, „Dickmacher Diäten“, Körperbewusstsein, Muskelsucht und der Umgang mit psychischen Belastungen aufgegriffen.
Ebenfalls gibt die dazugehörige Website www.bkk-bauchgefuehl.de Informationen und Beratungsangebote. So wird z. B. über die Website eine kostenfreie und auf Wunsch anonyme E-Mail-Beratung angeboten. Eine Postleitzahl-gestützte Suchfunktion ermöglicht darüber hinaus die eigenständige Recherche nach regional ansässigen Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen.
Seit Beginn der neunziger Jahre hat die Zahl der an Essstörungen erkrankten Mädchen und jungen Frauen in den Industriestaaten stark zugenommen. Immer öfter sind auch junge Männer betroffen. Laut Robert Koch-Institut weist jedes dritte Mädchen und jeder fünfte Junge im Alter von 11 bis 17 Jahren einzelne Symptome eines gestörten Essverhaltens auf.
Für NRW ist von etwa 100.000 Magersucht- und 300.000 Bulimie-Kranken auszugehen. Neuere Forschungen gehen zudem von einer großen Zahl Betroffener aus, deren Symptome nicht eindeutig einer der Hauptformen zugeordnet werden können.
Betrachtet man die Verteilung von Magersucht, Bulimie und Esssucht im Altersverlauf, so zeigt sich, dass auch Schülerinnen und Schüler an Berufskollegs zur Risikogruppe gehören: Hinsichtlich aller drei Erkrankungsformen lässt sich rund um das 20. Lebensjahr ein gehäuftes Auftreten beobachten.

Nähere Informationen zum Thema auch im Filmbeitrag unter: www.bkk-webtv.de