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Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen: Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung – ab jetzt auch vor Ort in HH-Lokstedt

Gemeinsam mit der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration wird in Hamburg seit 2014 Gesundheitsförderung speziell für arbeitslose Menschen betrieben. Das Jobcenter team.arbeit.hamburg und die gesetzlichen Krankenkassen in Hamburg nehmen am bundesweiten „Modellprojekt zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung“ teil. Gemeinsam mit der hamburger arbeit GmbH bauen sie ein Netzwerk zur Gesundheitsförderung bei arbeitslosen Menschen auf. Fester Bestandteil der Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen des Jobcenters ist, Arbeitslose für die speziell auf sie ausgerichteten Angebote der gesetzlichen Krankenkassen, z. B. zur Stressbewältigung oder zur gesunden Ernährung und Bewegung, zu sensibilisieren und zur freiwilligen Teilnahme zu motivieren. Ziel ist, die Gesundheit arbeitsloser Menschen zu stärken und damit die Chancen auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erhöhen. Denn: Anhaltende Arbeitslosigkeit wird oft zu einem gesundheitlichen Risiko. Bei vielen Betroffenen fallen die Tagesstrukturen weg, sie verlieren soziale Kontakte und damit oft auch das Selbstwertgefühl. Drei Beratungsstellen gibt es bereits in Hamburg – eine vierte kommt heute hinzu. In Anwesenheit von Sozialsenatorin Leonhard und Vertretern von Krankenkassen, Jobcenter und hamburger arbeit GmbH wird der Standort Deepenstöcken 1 in Lokstedt heute eröffnet.
Senatorin Dr. Melanie Leonhard: „Arbeitslosigkeit – vor allem wenn sie lange andauert – führt nicht selten auch zur Isolation der Betroffenen, oft auch in Verbindung mit seelischen und gesundheitlichen Leiden. Hier setzt das Projekt der hamburger arbeit an und gibt den Menschen damit eine neue Perspektive.“
Thomas Wagemann vom BKK-Landesverband NORDWEST betonte stellvertretend für die gesetzlichen Krankenkassen, dass neben den drei bestehenden Standorten in Harburg, Billstedt und Eilbek nun auch für Hamburger/innen im Westen der Stadt eine wohnortnahe Beratungsstelle zur Verfügung stehe. Wagemann: „Besonders in den großen Metropolen wie Hamburg besteht ein überdurchschnittlicher Handlungsdruck, Arbeitslose durch rechtzeitige und wirksame Maßnahmen vor dem Abrutschen in körperliche oder seelische Langfristerkrankungen zu bewahren.“
Dirk Heyden, Geschäftsführer von Jobcenter team.arbeit.hamburg: „Gesundheit ist ein wertvolles Gut – für jeden Menschen. Das Modellprojekt unterstützt mit gesundheitsfördernden Konzepten und präventiven Angeboten Menschen in einer schwierigen Lebenssituation. Sie benötigen zusätzlichen Halt und Motivation, um freiwillig etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Daraus erwächst neues Selbstwertgefühl, wichtige Schritte auf dem Weg des beruflichen Wieder-
einstiegs sind gemacht.“ Mit Eröffnung des vierten Standorts in Lokstedt können deutlich mehr Langzeitarbeitslose das individuelle Beratungsangebot nutzen, so Heyden.
Julia Sprei, hamburger arbeit-Geschäftsführerin: „In Beratungsgesprächen wird gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden erarbeitet, welche konkreten Probleme vorliegen und was erste Schritte sein können, z.B. die Begleitung zu Beratungsstellen der Stadt, Ärztlichem Dienst der BA oder (Haus-)Ärzten. Das bisherige Beratungs- und Kursangebot wird gut angenommen: Bislang wurden rund 67% der Teilnehmenden z. B. in Präventionskurse im Stadtteil vermittelt.“
Hintergrund:
Die traditionell gute Zusammenarbeit von Krankenkassen und der Stadt Hamburg wird im Zuge der Umsetzung des 2015 in Kraft getretenen Präventionsgesetzes noch mal verstärkt.
Dieses setzt einen Schwerpunkt auf Präventions- und Gesundheitsförderung in Lebenswelten. Gesetzliche Krankenkassen und ihre Kooperationspartner sollen gemeinsam noch stärker als bisher mit Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen auf Menschen in bestimmten Lebenslagen zugehen. Dazu werden zum einen nachhaltige kommunale Strukturen zur Prävention und Gesundheitsförderung in den Lebenswelten auf- und ausgebaut. Zum anderen werden kassenübergreifende Projekte entwickelt und umgesetzt. Der Name GKV-Bündnis für Gesundheit bündelt alle Projekte und Maßnahmen zur Umsetzung dieser Ziele.
Kernziel ist, die Auswirkungen sozialer Benachteiligung auf die Gesundheit zu mildern. Es werden niedrigschwellige Zugangswege zu den Menschen genutzt und kassenübergreifende Angebote entwickelt und umgesetzt. Eine erste sichtbare Maßnahme dabei ist das gemeinsame Projekt „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung“.

Ansprechpartner:
Thomas Fritsch, BKK-LV NW, Tel. 040/ 251505-258, presse@bkk-nordwest.de

Über das GKV-Bündnis für GESUNDHEIT:
Das GKV-Bündnis für Gesundheit ist eine gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten. Das Bündnis fördert dabei u. a. Strukturaufbau und Vernetzungsprozesse, die Entwicklung und Erprobung gesundheitsfördernder Konzepte, insbe-sondere für sozial und gesundheitlich benachteiligte Zielgruppen, sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und wissenschaftlichen Evaluation. Der GKV-Spitzenverband hat ge-mäß § 20a Abs. 3 und 4 SGB V die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung damit beauftragt, die Aufgaben des GKV

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Hier erhalten Pflegebedürftige, Angehörige und andere interessierte Personen kompetente Auskünfte und Beratungen bis hin zur Koordination erforderlicher Leistungen im Einzelfall.