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Hamburger Kassen/-verbände: 2,2 Millionen Euro für Selbsthilfe

Gemeinsame Pressemitteilung

Die gesundheitliche Selbsthilfe in der Hanse-stadt wird von den gesetzlichen Krankenkassen und ihren Verbänden in diesem Jahr mit rund 2,2 Mio. Euro finanziell unterstützt. Dadurch haben sich die Fördermittel sowohl in der kassenübergreifenden Gemeinschaftsförderung als auch in der individuellen Projektförderung gegenüber dem Vorjahr (1,6 Mio. Euro) nochmals um 600.000 Euro erhöht. Dies setzt den steigenden Trend der Ausgaben für präventive Maßnahmen weiter fort.
Mit dem neuen Präventionsgesetz hatte die Bundesregierung die Unterstützung der Selbsthilfe ab dem Jahr 2016 bundesweit um insgesamt 30 Mio. Euro angehoben. Allein auf die Hansestadt entfallen hier rund 650.000 Euro, die von den gesetzlichen Krankenkassen und ihren Verbänden zusätzlich bereitgestellt werden. Auf die Anzahl der Versicherten gerechnet, werden somit pro Kopf 1,08 Euro in die gesundheitsbezogene Selbsthilfe investiert. Die Verwendung dieser Gelder wird künftig – erstmalig für das Jahr 2016 – durch einen Transparenzbericht auf der Homepage der Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (KISS) für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
Die Hamburger Krankenkassen und ihre Verbände unterstützen mit dieser Summe das bürgerschaftliche Engagement von Menschen, die sich trotz eigener Erkrankung oder Behinderung für andere Betroffene einsetzen.
In der Hansestadt gibt es schätzungsweise 25.000 Aktive, die sich als „Experten in eigener Sache“ engagieren. Ihr Einsatz und die Fördergelder ermöglichen so die tägliche Arbeit der rund 1.300 Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen sowie das Beratungsangebot der drei Kontaktstellen in der Hansestadt.
„Selbsthilfegruppen helfen Betroffenen mit Krankheiten, Lebenskrisen oder schwierigen Lebenssituationen besser zurecht zu kommen. Die Möglichkeiten, sich vertrauensvoll mit anderen Betroffenen, vielfach ehrenamtlich Tätigen, über sensible Themen auszutauschen, sind ungemein wertvoll und aus dem Gesundheitswesen längst nicht mehr wegzudenken“, sagt Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, stellvertretend für die Hamburger Krankenkassen/-verbände.
Die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (KISS) Hamburg verwalten den „Selbsthilfegruppen-Topf“. Dieser sieht Zuschüsse für Büroausgaben, Raummieten oder die Öffentlichkeitsarbeit von Selbsthilfegruppen vor. Der Hamburger „Selbsthilfegruppen-Topf“ wurde 1987 zur Verteilung der Fördermittel geschaffen. Seit 1994 beteiligen sich auch die gesetzlichen Krankenkassen. Im Februar 2017 eröffnet die KISS eine vierte Kontaktstelle in Hamburg-Mitte. Der zentrale Standort am Hamburger Hauptbahnhof bietet mit neuen Räumlichkeiten und zusätzlichem Personal Beratungen, Fortbildungen und Gruppentreffen und wird ebenfalls aus den Fördergeldern finanziert.