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Hilfe für Schwerkranke durch Spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) im Nördlichen Rhein-Erft-Kreis

BERGHEIM, 09.10.2014. Auch im nördlichen Rhein-Erft-Kreis können schwerstkranke und sterbende Menschen jetzt umfassend in ihrer häuslichen Umgebung betreut werden. Ermöglicht wird dies durch den Vertragsabschluss über die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Die Patienten können somit künftig zu Hause sorgsam medizinisch und pflegerisch – bei Bedarf auch rund um die Uhr – versorgt werden. Der letzte Lebensabschnitt wird so im vertrauten Umfeld verbracht – und nicht im Krankenhaus oder in einem Hospiz. Ziel der Palliativ-Medizin ist die Schmerzlinderung bei Patienten mit schwersten, unheilbaren Erkrankungen.

Das Palliative-Care-Team „SAPV-Team NoPaiN GmbH“ bietet im Rahmen des bestehenden Vertrages seit dem 1. Oktober 2014 eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung für den nördlichen Rhein-Erft-Kreis (Bedburg, Bergheim, Elsdorf, Frechen, Kerpen und Pulheim) an. Damit wird eine Einwohnerzahl von über 275 000 Menschen abgedeckt.

Die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein, die diesen Vertrag unter Federführung der AOK Rheinland/Hamburg mit dem Palliative-Care-Team abgeschlossen haben, begrüßten das Verhandlungsergebnis im Sinne der Schwerstkranken unter den Versicherten. Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, erklärte: „Patienten, die dies wünschen, werden einen schnellen, unbürokratischen Zugang zu dieser hochwertigen Versorgung bekommen. Für die Krankenkassen ist dies kein Wettbewerbsfeld.“ Im Vordergrund stehe eine optimale Versorgung. „Es ist außerordentlich erfreulich, dass wir es in Nordrhein geschafft haben, nahezu flächendeckend die bundesweit beste Palliativversorgung für die Patienten zu etablieren“, sagte Dr. Peter Potthoff, Vorsitzender der KV Nordrhein.

Beteiligt sind neben der AOK Rheinland/Hamburg und der Kassenärzt-lichen Vereinigung Nordrhein die Ersatzkassen (BARMER GEK, TK, DAK-Gesundheit, KKH, HEK, Handelskrankenkasse) im Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek), der BKK-Landesverband NORDWEST mit 73 teilnehmenden BKKn, die IKK classic sowie die Knappschaft und die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau.

Für die Versorgung in diesem Einzugsgebiet stehen fünf qualifizierte, niedergelassene Palliativ-Ärzte aus den Fachgruppen Allgemeinmedizin,
Innere Medizin, Spezielle Schmerztherapie, Spezielle Schmerzpsychotherapie und Anästhesiologie bereit. Dazu kommen vier qualifizierte Palliativ-Pflegefachkräfte des Caritasverbandes für den Rhein-Erft-Kreis e.V.

Zum Hintergrund: Etwa zehn Prozent aller Sterbenden benötigen eine besonders aufwendige, spezialisierte Versorgung. Um dies in häuslicher Umgebung zu ermöglichen, setzt die SAPV auf je ein Palliative-Care-Team innerhalb bestehender Strukturen der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung in Nordrhein. SAPV-Verträge bestehen bisher in der Städteregion Aachen, in Bonn, Düren, Duisburg, Düsseldorf, Dormagen, Essen, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Oberhausen, Solingen, im Kreis Mettmann, im Rhein-Sieg-Kreis, im Rheinisch-Bergischen Kreis, im Kreis Heinsberg, in den Kreisen Kleve und Wesel, im Rhein-Erft-Kreis sowie in Wuppertal.

Ein Palliative-Care-Team besteht aus mindestens drei qualifizierten Palliativ-Ärzten und mindestens vier Palliativ-Pflegefachkräften. Voraussetzung für die Teilnahme an der Versorgung ist neben der Qualifikationsanforderung die Sicherstellung einer 24-Stunden-Bereitschaft an sieben Tagen in der Woche. Dazu kommen Kooperationen mit ambulanten Hospizen und Apotheken.

Hat der Patient vom Haus-, Fach- oder Krankenhaus-Arzt eine Verordnung bekommen, besucht das Palliative-Care-Team den Kranken zu Hause und plant die optimale häusliche Versorgung unter Einbeziehung des bisher betreuenden Haus- oder Facharztes. Dieser kann auch weiter in die Versorgung eingebunden werden.