Pressemitteilungen

Krankenkassen und Gesundheitsministerium setzen weiter auf „HaLT – Hart am Limit“ Projekt zur Alkoholprävention wird weitergeführt

Gemeinsame Pressemitteilung
der Krankenkassen/-verbände und des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in NRW

Beim Kampf gegen Alkoholmissbrauch von Jugendlichen setzen die Krankenkassen/-verbände und das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) in NRW weiterhin auf das Präventionsprojekt „HaLT – Hart am Limit“. Die erste Projektphase von 2013 – 2015 war erfolgreich, sodass die Rahmenvereinbarung nun ab 2016 ohne weitere Befristung neu verabschiedet wurde.
„Mit HaLT soll eine nachhaltige Alkoholprävention und eine Betreuung der mit einer Alkoholvergiftung stationär behandelten Kinder und Jugendlichen erreicht werden,“ so Dirk Ruiss, Leiter der vdek-Landesvertretung NRW. „Wir lassen die Jugendlichen mit diesem Problem nicht alleine.“
Das Angebot wird in NRW inzwischen an 25 Standorte für HaLT – Hart am Limit umgesetzt und von den Krankenkassen in NRW gefördert.
Die Koordination sowie die Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte aus den Suchtberatungsstellen übernimmt die vom Gesundheitsministerium finanzierte Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung „ginko“.

Gesundheitsministerin Barbara Steffens erklärt: „Dass allein im vergangenen Jahr 3.802 Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren – davon 2.078 Jungen und 1.724 Mädchen –  in Nordrhein-Westfalen wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden mussten, ist besorgniserregend. Wir brauchen daher weiterhin passgenaue Präventionsangebote, die insbesondere die Ursachen und Hintergründe des exzessiven Alkoholkonsums beleuchten, um Wiederholungen zu vermeiden.“

Hier setzt das Programm HaLT an. Bereits während des Krankenhausaufenthaltes sprechen speziell geschulte Fachkräfte mit den Jugendlichen über Motive und Folgen des Alkoholkonsums sowie über die persönliche Verantwortung der Betroffenen. Der zukünftige Umgang des oder der Jugendlichen mit Alkohol ist wesentliches Thema. Da Eltern einen großen Einfluss auf Einstellung und Verhalten ihrer Kinder haben, werden sie in die Maßnahmen eingebunden. Danach wird entschieden, ob ein weiteres Gespräch mit dem oder der Jugendlichen die Intervention abschließt, oder ob weitere Angebote notwendig sind. So können erlebnispädagogische Maßnahmen in einer Gruppe oder mit der eigenen Clique organisiert werden. Ziel ist die Schärfung des Problembewusstseins für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol sowie gemeinsam mit den Jugendlichen eine Strategie für das zukünftige Trinkverhalten zu erarbeiten. Das Projekt leistet damit zugleich einen wichtigen Beitrag zur Änderung der Trinkkultur in unserer Gesellschaft.