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Pressemitteilung: „Alster-Pflegenetz“ will Lebensqualität in Hamburger Pflegeeinrichtungen verbessern

BKK, BARMER GEK und Knappschaft legen mit KV Hamburg Grundlage für verbesserte ärztliche Betreuung
von Pflegeheim-Bewohnern

Mit dem „Alster-Pflegenetz“ wollen die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH), die BARMER GEK, die
Betriebskrankenkassen (BKK) und die Knappschaft die ambulante ärztliche Versorgung von Bewohnerinnen und
Bewohnern in stationären Pflegeheimen verbessern. Ziel ist es, durch eine koordinierte Zusammenarbeit von
Ärzten und Pflegeeinrichtungen sowie eine leitliniengerechte Behandlung unnötige Krankentransporte und
Klinikaufenthalte zu vermeiden.

Der demografische Wandel, d. h. die wachsende Zahl alter und hochbetagter Menschen in unserer Gesellschaft,
stellt das Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen. Im Alter prägen vor allem chronisch-degenerative
Erkrankungen und Mehrfacherkrankungen die Lebenssituation der Betroffenen. Ein steigender Bedarf an
medizinischer und pflegerischer Behandlung ist die Folge. Bereits heute werden weit über ein Drittel aller
Pflegebedürftigen in Heimen stationär gepflegt. Dabei kommt es in Akutfällen vor allem in den Abend- und
Nachtstunden zu häufig vermeidbaren Krankentransporten und Krankenhauseinweisungen. Diese belastenden
Transporte und Klinikaufenthalte, die den Bewohner aus der vertrauten Pflegeeinrichtung reißen, sollen
durch das „Alster-Pflegenetz“ vermieden werden. Ein weiteres Ziel ist eine individuell abgestimmte
Arzneimitteltherapie, um Neben- und Wechselwirkungen zu vermeiden. Hier besteht besonders bei älteren
Patientinnen und Patienten teils großer Optimierungsbedarf.

„Die ärztliche Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen muss verbessert werden. Viele der
Bewohnerinnen und Bewohner haben keinen Hausarzt und können keine Arztpraxen aufsuchen. In Krankheitsfällen
wird deshalb vielfach sofort der Notfalldienst gerufen oder eine schnelle, oft unnötige Einweisung ins
Krankenhaus veranlasst. Das verschlechtert häufig den Zustand der Patientinnen und Patienten, sie verlieren
ihre Orientierung und Selbstständigkeit“, so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Das
Alster-Pflegenetz zeigt, wie es besser funktionieren kann. Ich bin zuversichtlich, dass sich das Modell
bewährt und alle Seiten davon profitieren werden. Vor allem werden sich die Gesundheit und damit auch die
Lebensqualität der Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner spürbar verbessern.“

Wie funktioniert das „Alster-Pflegenetz“?

Je nach Größe der kooperierenden Pflegeeinrichtung schließen sich mindestens zwei Ärzte zu einem Ärzteteam
zusammen. Mindestens ein Mitglied des Ärzteteams ist palliativmedizinisch besonders qualifiziert. Das
Ärzteteam organisiert gemeinsam mit der kooperierenden Pflegeeinrichtung die ambulante haus- und
fachärztliche Betreuung der Bewohner und Bewohnerinnen im Rahmen einer 24-Stunden-Rufbereitschaft und
gewährleistet damit eine durchgängige Betreuung. Der besondere Betreuungs- und Versorgungsaufwand wird
den Ärzten durch eine Betreuungspauschale honoriert.

Zum Download:

Presseinformation von BKK, BARMER GEK, Knappschaft und KVH