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Pressemitteilung: Neuer Bedarfsplan für Westfalen-Lippe: Über 170 neue Niederlassungsmöglichkeiten für Ärzte und Psychotherapeuten

Gemeinsame Pressemitteilung

Dortmund. In Westfalen-Lippe wird es 176 zusätzliche Niederlassungsmöglichkeiten

für Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten

geben. Das sieht die neue Bedarfsplanung des gemeinsamen

Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen in Westfalen-

Lippe vor, die einstimmig verabschiedet wurde und heute in

Kraft getreten ist. „Damit haben wir gemeinsam gute Voraussetzungen

geschaffen, um die ärztliche Versorgung in Westfalen-

Lippe auch künftig flächendeckend sicherzustellen“, sagten Martin

Litsch, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST, und Dr. Gerhard

Nordmann, zweiter Vorsitzender der kassenärztlichen Vereinigung

Westfalen-Lippe (KVWL). Die gemeinsame Selbstverwaltung

aus Krankenkassen und Ärzten in Westfalen-Lippe habe wieder

einmal bewiesen, dass sie im Sinne einer guten Patientenversorgung

handelt, so die beiden Vorsitzenden.Durch die neue Bedarfsplanung entstehen in Westfalen-Lippe

vor allem in ländlichen Regionen neue Zulassungsmöglichkeiten für Haus- und

Fachärzte sowie für Psychotherapeuten. Insgesamt werden zusätzlich

für Hausärzte 102, für grundversorgende Fachärzte 14,5 und Psychotherapeuten

44 Neu-Niederlassungen möglich. Zudem können sich

noch weitere 15 Ärzte niederlassen, die der spezialisierten fachärztlichen

Versorgung angehören. Hierzu zählen zum Beispiel Kinder- und

Jugendpsychiater und Anästhesisten. In den hoch-spezialisierten ärztlichen

Fachgruppen, wie etwa Nuklear- oder Rehabilitationsmedizinern,

ist hingegen eine Neu-Niederlassungsmöglichkeit nur noch für eine

halbe Arztstelle in Westfalen-Lippe möglich. Für diejenigen Arztgruppen,

die keine direkten Patientenkontakte haben (Humangenetiker, Laborärzte,

oder Transfusionsmediziner), wird unter anderem wegen deren

meist überregionaler Inanspruchnahme geprüft, ob eine landesweite

Bedarfsplanung für ganz NRW umgesetzt werden kann.

Insbesondere in der psychotherapeutischen Versorgung werden die
ländlichen Regionen Westfalen-Lippes profitieren. Von den insgesamt
rund 44 neuen Zulassungen, die nun möglich sind, entfallen auf die Regierungsbezirke

Detmold 4,5 und Münster 10,5. Im Regierungsbezirk

Arnsberg sind es insgesamt 29. Davon können im Hochsauerlandkreis

beispielsweise nach der Neuplanung nunmehr insgesamt 24,5 neue

psychotherapeutische Sitze (von psychologischen Psychotherapeuten,

ärztlichen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jungendlichenpsychotherapeuten)

besetzt werden. Damit die Bevölkerung in allen Teilen

dieses weiträumigen Landkreises von dem zusätzlichen Angebot profitiert

und die Therapeuten insgesamt besser erreicht werden können,

wurde im Hochsauerlandkreis von den Bundesvorgaben abgewichen:

Die Planung der Psychotherapeuten erfolgte nicht auf der Kreisebene,

sondern kleinteiliger für die Mittelbereiche Arnsberg, Brilon, Marsberg,

Meschede, Schmallenberg, Sundern und Winterberg.

„Wir müssen jetzt die Arzt- und Therapeutensitze genauer verteilen und

die Versorgung in der Fläche besser sicherstellen“, erklärt Andreas Hustadt,

Leiter des Ersatzkassenverbandes vdek in NRW.

Auf den Bedarfsplan hatten sich die KVWL und die gesetzlichen Krankenkassen

vor wenigen Tagen geeinigt. Das NRWGesundheitsministerium

als Aufsichtsbehörde gab grünes Licht.

Die Einzelheiten und Inhalte des neuen Bedarfsplans können unter

www.kvwl.de  eingesehen werden.

 

Hintergrund :

Ende Dezember 2012 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)

eine Reform der rund 20 Jahre alten Bedarfsplanung beschlossen. Die

Kassenärztlichen Vereinigungen und die regionalen Krankenkassen wurden

aufgefordert, bis Ende Juni 2013 die Umsetzung zu regeln. Ziel ist

es, die Bedarfsplanung flexibler zu gestalten und besser auf regionale

Bedürfnisse auszurichten.

Während sich die Planungsbezirke bei den meisten Fachärzten auch

weiterhin an den Grenzen der Kreise und kreisfreien Städte orientieren,

ist die Planung im Bereich der hausärztlichen Versorgung deutlich kleinräumiger.

Hier werden Ausschreibungen freier Hausarztsitze in sogenannten

Mittelbereichen vorgenommen.