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Pressemitteilung: Sovaldi-Therapiekosten belegen Mängel beim Morbi-RSA

Die aktuelle Debatte um das neu zugelassene Medikament „Sovaldi“ zur Therapie von Hepatitis C belegt die systematischen Mängel bei der Morbi-RSA-basierten Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen.

Für eine Therapie mit dem Sovaldi-Wirkstoff Sofosbuvir fallen innerhalb von 12 Wochen rund 60.000 EUR Arzneimittelkosten an. Für einen mit Sovaldi behandelten gesetzlich Krankenversicherten bekommt die Krankenkasse aus dem Gesundheitsfonds aber lediglich knapp 3.000 EUR zugewiesen.

Damit entsteht aktuell bei der Krankenkasse allein für die Behandlung eines Patienten mit diesem Wirkstoff ein Defizit von 57.000 EUR. Bei den Betriebskrankenkassen sind bundesweit im ersten Halbjahr 2014 bereits knapp 21 Millionen EUR Kosten für Behandlungen mit Sovaldi aufgelaufen. Nach ersten BKK-Daten sind auch viele Patienten auf deutlich längere und damit noch teurere Behandlungszyklen angewiesen.

Dr. Dirk Janssen, stellv. Vorstand BKK-Landesverband NORDWEST: „Dies ist ein weiterer, aktueller Beleg, dass der Morbi-RSA und der Gesundheitsfonds zu massiven Verwerfungen führen, der einzelne Krankenkassen in schwerste finanzielle Bedrängnis bringen kann.“ Er fordert, dass auch bei Arzneimittelinnovationen Preisverhandlungen zeitnah zur Zulassung möglich sein müssen, damit der Arzneihersteller nicht wie im Falle Sovaldi extrem hohe Preise durchsetzen kann. Gegenwärtig dürfen die Hersteller in den ersten neun Monaten nach Markteinführung den Preis nach Gutdünken festsetzen.

Ferner fordert Janssen, den Hochrisikopool wieder einzuführen. Dieser diente vor Einführung des Gesundheitsfonds dazu, Behandlungskosten für extrem teure Leistungsfälle auf alle Schultern in der GKV zu verteilen, damit eine Kasse wegen der nicht steuerbaren Behandlungskosten für einen einzelnen Patienten nicht in Schieflage gerät.

Die Betriebskrankenkassen versichern in Hamburg, Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern insgesamt knapp eine Million Mitglieder und ihre Familienangehörigen und sind drittgrößter gesetzlicher Krankenversicherer.

Ansprechpartner:

BKK-Landesverband NORDWEST – Hauptverwaltung Hamburg

Thomas Fritsch, Pressesprecher

Tel. 040/ 251505-258,

E-mail: presse@bkk-nordwest.de

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