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Schüler werden zu Lebensrettern

Anlässlich der „Woche der Wiederbelebung“ sind rd. 50 Schüler/innen des Petrinum Gymnasiums in Recklinghausen am Freitag von qualifizierten Ärzten des Prosper Krankenhauses i. S. Reanimation geschult worden. Das ist gleichzeitig auch der Start der groß angelegten Kampagne des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes NRW, die der BKK-Landesverband NORDWEST mit seinen Betriebskrankenkassen in NRW tatkräftig unterstützt.
Bei dem Projektstart dabei waren auch NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer, Prof. Dr. Dr. Hugo Van Aken, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und Initiator der „Woche der Wiederbelebung“ sowie der stellv. Vorstand des BKK-Landesverbandes NORDWEST, Dr. Dirk Janssen.

In zahlreichen Schulen in NRW wird zukünftig das Thema Wiederbelebung im Unterricht thematisiert und auch praktisch umgesetzt unter dem Motto „Schüler retten Leben“. Dafür statten die Betriebskrankenkassen in NRW alle teilnehmenden Schulen mit den hierfür notwendigen Übungspuppen aus. Bei einem Herzstillstand zählt jede Sekunde. Dr. Dirk Janssen, stellv. Vorstand des BKK-Landesverbandes NORDWEST: „Wir erleben in Deutschland viel zu oft, dass im Notfall abgewartet wird, bis die professionale Hilfe eintrifft. Die Angst, etwas Falsches zu machen, hält vom Helfen ab. Doch das einzige, was man falsch machen kann, ist, nichts zu machen.“ So ist z. B. in Skandinavien Notfallwissen seit Jahren Bestandteil des Schulunterrichts. Das Ergebnis: 70% der Skandinavier führen im Notfall eine Herzdruckmassage durch. In Deutschland sind es nur 30 – 35%! Janssen weiter: „Lebensretter-Kurse“ sollten selbstverständlich eine Leistung der Krankenkassen werden! Ähnlich dem Fahrradführerschein sollten Kurse in Wiederbelebung in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen werden. Dabei könnten die Kinder dann ein Teilnahme-Zertifikat und einen Notretter-Pass erhalten.“ Vorbildlich geht da die NRW Landesregierung voran: so ist im Koalitionsvertrag festgelegt, dass durch die Unterrichtung an allen Schulen die Bereitschaft zur Erste Hilfe und Wiederbelebung von Anfang an gefördert wird.
Damit hieraus eine dauerhafte Aktion werden kann, fordert der BKK-Landesverband NORDWEST die Etablierung dieser Aktion in allen Bundesländern sowie eine klare gesetzliche Grundlage für die finanzielle Unterstützung dieser Kurse durch die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen an Schulen und im Sinne des lebenslangen Lernens auch in Betrieben.
Um möglichst viele Menschen mit diesem Thema zu erreichen, hat der BKK-Landesverband NORDWEST als erste Krankenkasse eine „Lebensretter-App“ mit Unterstützung durch den Verein „Ich kann Leben retten e.V.“ entwickelt. Die App führt „im Fall des Falles“ selbsterklärend durch die notwendigen Schritte. Wichtig dabei ist die einfache Bedienung, um im Notfall schnell und einfach nach der Formel „Prüfen-Rufen-Drücken“ zu helfen. Die App steht in den Appstores unter „Ich kann Leben retten“ zur Verfügung.

Jährlich erleiden mindestens 50.000 Menschen in Deutschland einen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses. Nur 10% der Betroffenen überleben, d.h. für 90% kommt die medizinische Hilfe zu spät.

V. l.: Dr. Dirk Janssen, stellv. Vorstand BKK-LV NORDWEST, Christoph Tesche, Bürgermeister der Stadt Recklinghausen und Yvonne Gebauer, Schulministerin NRW

 

Schülerinnen und Schüler des Petrinum Gymasiums bei der Herzmassage