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Spezialisierte ambulante Palliativversorgung: Hamburg ist Vorreiter

Sterbenskranke Menschen haben seit dem Inkrafttreten der Gesundheitsreform Anspruch auf eine so genannte "spezialisierte ambulante Palliativversorgung". Für die umfassende Versorgung solcher Patienten in Hamburg haben die Betriebskrankenkassen (BKK) gemeinsam mit Dr. Maja Falckenberg, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ein Konzept entwickelt, das ab sofort in Zusammenarbeit mit der Schmerzambulanz Alten Eichen und dem Diakonie-Klinikum Hamburg den Patienten der Hansestadt angeboten wird.

BKK-versicherte Patientinnen und Patienten, die in ihrer letzten Lebensphase an einer unheilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, aber statt im Krankenhaus lieber zuhause betreut und versorgt werden möchten, können vom Hausarzt (oder durch den Krankenhaus-Arzt) eine Verordnung für eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) bekommen. BKK, Diakonie-Klinikum Hamburg und die Schmerzambulanz Alten Eichen haben hierfür die vertragliche Grundlage gelegt. Dieser Vertrag ist bislang einzigartig in Deutschland.

Die Versorgung Sterbender zuhause übernimmt ein interdisziplinäres Versorgungsnetz aus palliativmedizinisch besonders qualifizierten Pflegekräften und Ärzten des Diakonie-Klinikums Hamburg und der Schmerzambulanz Alten Eichen. Das Team ist rund um die Uhr erreichbar und stellt u. a. eine konsequente Schmerz- und Symptomkontrolle beim Patienten und die Unterstützung und Begleitung der Angehörigen sicher. Ein Koordinator übernimmt im Versorgungsnetz die Abstimmung aller Maßnahmen, die zur Verbesserung der Lebensqualität sterbenskranker Patienten beitragen.

Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse der Patienten und ihrer Angehörigen, um die letzte Lebensphase mit bestmöglicher Lebensqualität im vertrauten häuslichen Umfeld verbringen zu können.

Die Leistungen werden von den Betriebskrankenkassen getragen und dem Versorgungsnetz außerhalb der Honorarverträge vergütet.

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung richtet sich vor allem an Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen, neurologischen Krankheiten mit Lähmungserscheinungen, AIDS im Vollbild und Endzustand von chronischen Nieren-, Leber-, Herz- oder Lungenerkrankungen. Hamburgweit dürften nach ersten Schätzungen jährlich ca. 1.500 Patientinnen und Patienten Bedarf an einer speziellen ambulanten Palliativversorgung haben.

Claudia Korf, Vorstand des BKK-LV NORD: "Für die BKK-Versicherten unter diesen sterbenskranken Patienten können wir nun erstmals und einmalig in Hamburg ein bedarfgerechtes Angebot unterbreiten, um unseren Versicherten und ihren Angehörigen auch in der schwersten Lebensphase Unterstützung zu gewähren."

"Die palliativmedizinische Versorgung rund um die Uhr durch ein Team aus spezialisierten Ärzten, Pflegekräften und Ehrenamtlichen gemeinsam mit dem Hausarzt wird in vielen Fällen eine Versorgung in der häuslichen Geborgenheit bis zum Lebensende möglich machen. Erste Patienten haben wir schon im Januar betreut", berichtet Dr. Maja Falckenberg, Schmerzambulanz Alten Eichen.

"Ich würde mich freuen, wenn den Patienten in Hamburg eine solche Form der ambulanten Palliativversorgung in Hamburg flächendeckend angeboten werden könnte. Hier sind natürlich auch die Krankenkassen gefragt, solche Modelle anzubieten, wie wir sie derzeit mit der BKK erarbeitet haben", so Prof. Dr. med. Andreas de Weerth, Chefarzt der Klinik für Inneren Medizin mit Palliativeinheit im Diakonie-Klinikum Hamburg, Krankenhaus Alten Eichen.

In Hamburg ist die Betriebliche Krankenversicherung mit 25 Prozent Marktanteil die zweitgrößte Kassenart. Rund 1 Million Mitglieder und ihre Familien-angehörigen sind in den drei norddeutschen Bundesländern in einer BKK krankenversichert. Zum BKK-Landesverband NORD gehören Betriebskrankenkassen in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Das Diakonie-Klinikum Hamburg arbeitet bis zum Bezug des Neubaus im kommenden Jahr an den drei Standorten in Stellingen (Krankenhaus Alten Eichen), Eppendorf (Krankenhaus Bethanien) und Eimsbüttel (Krankenhaus Elim). Insgesamt behandelt die Klinik jährlich rund 17.000 Patienten vollstationär, 6.000 Patienten vor- oder nachstationär und versorgt 4.000 Notfälle. Kontakt zum Palliativteam: Tel. 040/ 54 87 20 40