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NRW-Pflegekassen starten Pilotprojekt für Bewohner und Personal in Pflegeeinrichtungen

Gemeinsame Pressemitteilung

gesaPflege – gesund alt werden in der stationären Pflege
NRW-Pflegekassen starten Pilotprojekt für Bewohner und Personal in Pflegeeinrichtungen
Düsseldorf, 15.11.2018. Pflegebedürftige und Pflegepersonal in (teil-)stationären Pflegeeinrichtungen stehen im Fokus von „gesaPflege – gesund alt werden in der stationären Pflege“, einem innovativen Pilotprojekt, das Pflegekassen in NRW jetzt gemeinsam auf den Weg gebracht haben. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann begrüßt das Projekt: „Ich bin überzeugt, dass Gesundheitsförderung und Prävention in der Pflege ganzheitlich und unter Einbeziehung aller Zielgruppen gedacht werden müssen. Das verbessert zum einen die Lebensqualität der Pflegebedürftigen und steigert zum anderen die Zufriedenheit der Pflegekräfte. Ein rundes Gesamtkonzept zur Prävention in Pflegeeinrichtungen ist damit auch ein Baustein, um die Rahmenbedingungen und die Qualität in der Pflege zu verbessern, damit die Pflegekräfte gesund und motiviert im Betrieb bleiben.“
Stellvertretend für die beteiligten Kassen in NRW sagt Sigrid Averesch-Tietz (vdek), Vorsitzende der landesweiten Steuerungsgruppe der Landesrahmenvereinbarung NRW, dem landesweiten Präventionsgremium: „Zwischen Gesundheit und Wohlbefinden der Bewohner und der Angestellten von Pflegeeinrichtungen besteht eine Wechselwirkung. Diese wollen wir positiv beeinflussen und so die gesundheitlichen Ressourcen und Fähigkeiten beider Personengruppen stärken.“ Die Pflegekassen fördern das dreijährige Projekt mit rund 956.000 Euro.

Ergebnisse sollen für alle Pflegeeinrichtungen nutzbar sein
In zunächst acht Einrichtungen in NRW wird ein Gesundheitsförderungsprozess angestoßen und von Experten aus Wissenschaft und Praxis eng begleitet. Dabei sollen Strukturen und Prozesse in Einrichtungen optimiert, konkrete Präventionsmaßnahmen umgesetzt und laufend evaluiert werden. „Wir ermitteln zunächst Bedarfe, leiten daraus Strategien ab und setzen Maßnahmen um. Von der Heimleitung über die Bewohner bis zu deren Angehörigen werden alle Beteiligten einbezogen, um den Erfolg des Projektes zu sichern“, erläutert Projektleiterin Marieke Leder vom Team Gesundheit.

Die Maßnahmen beziehen sich auf die im Leitfaden Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen festgelegten Handlungsfelder Ernährung, körperliche Aktivität, kognitive Ressourcen, psychosoziale Gesundheit und Gewaltprävention. Zur bedarfsgerechten Umsetzung vor Ort werden weitere Sozialversicherungsträger eingebunden. Die Gesundheitsförderung kann unter anderem dazu beitragen, den Heimbewohnern Krankenhausaufenthalte zu ersparen. Averesch-Tietz: „Bei Prävention in der Pflege gibt es kaum wissenschaftliche Studien über wirksame Maßnahmen und Prozesse. Wir erhoffen uns daher Erkenntnisse, die die Planung und Umsetzung der Gesundheitsförderung auf eine evidenzbasierte Grundlage stellen.“ Die gesetzlichen Krankenkassen möchten, dass die Prävention in der Pflege in NRW zur Selbstverständlichkeit wird. Um die Übertragbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, wurden bei der Auswahl der Pflegeheime Kriterien wie Trägerschaft, Größe und ländliche oder städtische Lage berücksichtigt. Die Ergebnisse dieser heterogenen Gruppe sollen ausgewertet und in einen praktischen Handlungsleitfaden überführt werden, den alle Pflegeeinrichtungen nutzen können.

Teilnehmende Pflegeeinrichtungen:
– Alloheim Seniorenzentrum „Am Theater“, Hagen
– AWO Seniorenzentrum Münster-Albachten, Münster
– AWO Seniorenzentrum „Am Königsbornpark“, Waldbröl
– Evangelisches Altenzentrum „Haus am Römerkanal“, Rheinbach
– DRK Haus Ravensberg, Borgholzhausen
– Paul-Gerhardt-Altenzentrum, Bielefeld
– Senioren-Park carpe diem, Rheda-Wiedenbrück
– franzfreunde „Johannes-Höver-Haus“, Düsseldorf Rath

Hintergrund:
Nach dem Präventionsgesetz sind 2016 die Grundsätze und Ziele der Prävention in der Landesrahmenvereinbarung NRW verankert worden und die Grundlagen zur Zusammenarbeit der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen gestärkt worden. Neben der Prävention in Lebenswelten wie Schule oder Kommune und in der betrieblichen Gesundheitsförderung liegt ein Schwerpunkt auf Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen. In Verbindung mit dem Leitfaden Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen des GKV-Spitzenverbandes erbringen die Pflegekassen Leistungen zur Prävention in zugelassenen stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen mit Versorgungsvertrag nach §72 SGB XI.

In NRW haben sich die Pflegekassen von AOK Rheinland/Hamburg, AOK NORDWEST, actimonda BKK, BKK 24, BKK Euregio, BKK VDN, Heimat Krankenkasse, R+V Betriebskrankenkasse, BAHN-BKK, IKK classic und KNAPPSCHAFT sowie die Pflegekassen der Ersatzkassen Techniker Krankenkasse, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK zur Projektumsetzung zusammengeschlossen. An der praktischen Durchführung des Projektes sind die Team Gesundheit GmbH, das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH und die Technische Universität Chemnitz beteiligt.

Ansprechpartner:
Federführend für die Veröffentlichung:
Verband der Ersatzkassen e. V., Landesvertretung NRW
Bärbel Brünger
Telefon: 0231/ 9 17 71– 20

AOK Nordwest
Jens Kuschel
Telefon: 0800/2655-505528

AOK Rheinland/Hamburg
Anika Jurkuhn
Tel.: 0211/ 8791-1236

BAHN-BKK
Olaf Rust
069/77 07 84 30

BARMER
Sara Rebein
Telefon: 0211/700 490-31

BKK-Landesverband NORDWEST
Karin Hendrysiak
Telefon: 0201/1 79 – 15 11

KNAPPSCHAFT
Dr. Wolfgang Buschfort
Telefon: 0234/3 04 – 8 20 50

IKK classic
Stefanie Weier
Telefon: 0521/94 43 – 12 45
Michael Lobscheid
Telefon: 02204/9 12 – 21 21 61

Für die Landesregierung: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales
Heiko Haffmans
Telefon: 0211/8 55-31 83