Zum Hitzeaktionstag am 11.06.2026 lädt der BKK-Landesverband NORDWEST gemeinsam mit der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal in das Lazarus Haus Berlin.
In den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl extremer Hitzeperioden in Deutschland besorgniserregend angestiegen. Hitze ist das größte durch den Klimawandel verursachte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Dies hat weitreichende Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung. Darauf wollen der BKK-Landesverband NORDWEST (BKK-LV NW) mit Krankenkassen aus dem BKK-Lager und BKK-Trägerunternehmen aufmerksam machen. Insbesondere für vulnerable Gruppen – ältere Menschen, Menschen in Pflegeeinrichtungen, chronisch Kranke, Kinder und sozial schwächere Personen – braucht es daher präventive Maßnahmen, die adäquaten Schutz bieten.
Der BKK-LV NW nimmt seit Jahren am Hitzeaktionstag teil, um auf die wachsende Gefahr durch extreme Hitze als direkte Folge des Klimawandels aufmerksam zu machen und den Hitzeschutz in Deutschland zu verbessern. Denn trotz dieser Gesundheitsrisiken sind Deutschland und das Gesundheits- und Sozialsystem unzureichend auf Hitzeperioden vorbereitet.
Gemessen wird diese Hitzeentwicklung meist an den sogenannten „Heißen Tagen“. Das beschreibt Tage mit einer Temperatur von 30 Grad Celsius und höher.
Insbesondere für ältere Menschen ist die Entwicklung von Hitze in Deutschland beunruhigend für die eigene Gesundheit. Im Jahr 2015 lag der Anteil an über 80-jährigen Menschen bei etwa 5%. Bis zum Jahr 2060 ist ein Anteil von 12% an über 80-jährigen Menschen an der Gesamtbevölkerung erwartbar.
„Das verschärft die Problematik mit der Zeit zunehmend. Umso wichtiger ist es jetzt zu handeln und schützende präventive Konzepte und Strukturen für vulnerable Menschen zu schaffen“, sagt Dr. Dirk Janssen, Vorstand des BKK-LV NW.
Über 75 % der Heimbewohner von Pflegeeinrichtungen sind über 80 Jahre alt. Hitze kann zu Dehydration, Kreislaufproblemen, Medikamenten-Nebenwirkungen und in der Folge zu erhöhter Sterblichkeit führen.
Auch Beschäftigte in der Pflege und anderen Berufen sind in Hitzeperiode in ihrer Produktivität und ihrem Wohlbefinden erheblich eingeschränkt.
Studien zeigen: Hitzeprävention kann Krankenhausaufenthalte und Notfälle signifikant senken.
Deshalb möchte der BKK-LV NW gemeinsam mit der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, einer Einrichtung der Diakonie, die Herausforderungen politisch und öffentlichkeitswirksam adressieren und auf bestehende, BKK-seitig geförderte, zielgerichtete Umsetzungsmöglichkeiten aufmerksam machen.
Am Hitzeaktionstag werden Hitzeschutz, Gesundheitsförderung, Prävention und Klima-Resilienz sichtbar gemacht. Die Zeit drängt, die Hitzeschutzmaßnahmen zu intensivieren.
Jeannette Pella, Geschäftsführerin der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, nennt konkrete Beispiele aus der Praxis: „Hitzeschutz heißt bei uns im Lazarus-Haus ganz konkret: Die Mitarbeitenden der Pflege achten während der Hitzeperioden auf vermehrte Flüssigkeitszufuhr bei allen Bewohnerinnen und Bewohner. Wir bieten kühle Tees sowie wasserreiches Obst und Gemüse an. Wasser steht ständig bereit. Wir achten auf das leichte Erreichen von Getränken. Das Lüftungsmanagement nutzt die kühlen Temperaturen für Stoßlüftung am Morgen. Vorhandene Verdunklungsmöglichkeiten werden aktiviert. Wir achten auf leichte und luftige Kleidung der Bewohnerinnen und Bewohner und bieten dünne Bettdecken oder Bettbezüge an. Zusätzlich werden Kühlmöglichkeiten wie feuchte Tücher, Ventilatoren, Coldpacks oder kühlende Fußbäder zur Verfügung gestellt und angewendet. Natürlich gilt besonders wachsam zu sein, was den Gesundheitszustand der älteren Menschen betrifft.
Hintergrund
• Das durch den BKK Dachverband koordinierte und geförderte Projekt zur betrieblichen Gesundheitsförderung “Hitze-resiliente und gesundheitsfördernde Lebens- und Arbeitsbedin-gungen in der stationären Pflege (HIGELA)”.
• Die fachliche Mitarbeit des BKK-LV NW in der AG „Einrichtungsbezogener Hitzeschutz in NRW“ des MAGS NRW.
• Die AG und das LZG.NRW entwickelten modulare Arbeitshilfen und Muster-Hitzeschutzpläne für Krankenhäuser sowie Pflege- und Wohneinrichtungen. Ziel ist der Schutz von Bewohnern und Personal durch konkrete Maßnahmen bei Hitzewarnungen, wie angepasste Pflege, Trinkpläne, Verschattung und Raumklimaregulierung.
• HIGELA-Pflegeeinrichtungen
• Das HIGELA Konzept sorgt dafür, dass Pflegekräfte hitze-resilient arbeiten, ihre Gesundheit geschützt ist und sie gleichzeitig die BewohnerInnen effektiv in Hitzephasen betreuen können.
1. Schutz von Bewohnern in Pflegeeinrichtungen vor Hitze
2. Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte
3. Entwicklung von Hitzeschutzmaßnahmen und Schulungen
4. Sensibilisierung für Gesundheitsrisiken durch Hitze
Träger des Projektes sind die Arbeiterwohlfahrt, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) gefördert durch den BKK Dachverband.
Zum Austausch mit Politik, Betriebskrankenkassen und Presse laden die Initiatoren von 08:30 Uhr bis 09:30 Uhr ein:
Lazarus Haus Berlin
Bernauer Str. 117
13355 Berlin
Der BKK-Landesverband NORDWEST ist die Interessensvertretung der Betriebskrankenkassen und schließt für die Versicherten in NRW, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern die Versorgungsverträge mit den Partnern im Gesundheitswesen.
Ansprechpartner:
Georg Stamelos, Pressesprecher
Tel.: +49 201179-1516, Mobil: +49 152 28875975
E-Mail: Georg.Stamelos@bkk-nordwest.de
Wolfgang Kern
Leitung / Pressesprecher
Bereich Unternehmenskommunikation/Spenden
Tel.: 03338-66-783, Mobil: 0151-56908645
w-kern@lobetal.de