Krankentage in NRW steigen entgegen Bundestrend
Während bundesweit die Krankentage leicht rückläufig sind, steigen die AU-Tage der bei einer BKK versicherten Beschäftigten in NRW stetig an. Vor allem Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und psychische Störungen sorgen für lange Ausfallzeiten.
Die Krankmeldungen in NRW haben im Jahr 2025 mit 24,5 AU-Tagen je Beschäftigten einen neuen Höchststand erreicht. Auch wenn der Frauenanteil und das Durchschnittsalter der in NRW beschäftigten Menschen dem Bundesdurchschnitt ähneln, liegen die AU-Tage um 10,7 % über dem landesweiten Wert. Seit vier Jahren sind die bundesweiten Zahlen leicht rückläufig. Bundesweit entfielen rund 22 AU-Tage auf die Beschäftigten.
Nach wie vor stechen die Ruhrgebietsstädte Herne, Gelsenkirchen und Hagen deutlich heraus. In diesen drei Städten hat sich der prozentuale Anteil der Krankentage im Vergleich zum Bundesdurchschnitt weiter erhöht. Ursache für den Anstieg der Krankentage sind vor allem langfristige Erkrankungen.
Spitzenreiter ist die Stadt Herne mit einer Abweichung von 43,1 % über Bundesdurchschnitt. Im vergangenen Jahr fehlten dort bei einer BKK versicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer rund 32 Tage. Fast die Hälfte der Beschäftigten fehlte mehr als sechs Wochen. Rund 35 % fehlten 1-6 Wochen am Stück.
Ähnlich verhält es sich in Gelsenkirchen. Mit rund 30 Krankentagen je Beschäftigten liegt die Quote hier 37,3 % über dem Bundesdurchschnitt. An dritter Stelle folgt Hagen mit einer Abweichung von 35,9 % über dem Bundesdurchschnitt und rund 30 Krankentagen je Beschäftigten. Während Duisburg den Spitzenwerten der vorgenannten Städte nahe kommt, fehlen Beschäftigte in Essen lediglich 24 Tage und liegen damit 8,8 % über dem Bundesdurchschnitt. In Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen liegt der Anteil der Muskel-Skeletterkrankungen teils deutlich über 50 %.
Universitäts- und Verwaltungsstädte mit positiver Bilanz
Besonders wenige AU-Tage gehen auf das Konto der bei einer BKK versicherten Beschäftigten in Bonn, Münster und Düsseldorf. Hier werden Quoten von 13 – 15 % unter den durchschnittlichen Bundeswerten verzeichnet.
Doch gerade die Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und psychische Störungen bedingen auch hier lange Krankschreibungen. Selbst in Düsseldorf gehen von allen AU-Tagen 23,3 % auf psychische Störungen zurück, davon 77 % mehr als 6 Wochen am Stück. Zwar leiden in Düsseldorf dagegen deutlich weniger Beschäftigte an Muskel-Skeletterkrankungen (26,6 % unter Bundesdurchschnitt). Doch auch hier sind es über die Hälfte Langzeitfälle mit Fehlzeiten von mehr als 6 Wochen. Psychische Störungen sorgen in ganz NRW zu 72,9 % für Ausfallzeiten von mehr als sechs Wochen. 24,1 % der betroffenen Menschen fehlen im Bundesland zwischen 1–6 Wochen. Insgesamt gehen von allen AU-Tagen 19,7 % auf psychische Störungen zurück.
Auf Anfrage sind weitere Informationen und Daten zu Städten und Kreisen in NRW möglich.
Der BKK-Landesverband NORDWEST ist die Interessensvertretung der Betriebskrankenkassen und schließt für die Versicherten in NRW, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern die Versorgungsverträge mit den Partnern im Gesundheitswesen.
Ansprechpartner:
Georg Stamelos, Pressesprecher
Tel.: 0201/179 1516, Mobil: 0152 28875975
E-Mail: Georg.Stamelos@bkk-nordwest.de