Krankmeldungen in NRW auf Höchststand
Beschäftigte im Ruhrgebiet länger krank als Landesdurchschnitt
Die Krankmeldungen in NRW haben im Jahr 2023 mit 6,7 % bzw. Fehlzeiten mit 24,4 AU-Tagen je Beschäftigten den höchsten Wert seit mehr als einem Jahrzehnt erreicht.
Dabei bleiben die Ruhrgebietsstädte bei den Krankenständen an der Spitze: Hagen mit knapp 32 AU-Tagen (2022 = 28,4 AU-Tage), Herne mit 31,2 AU-Tagen (2022=29,9 AU-Tage), Gelsenkirchen mit knapp 30 AU-Tagen (2022= 27,7 AU-Tage).
Demgegenüber verzeichnen die Städte Bonn mit nur 18,3 AU-Tagen (2022 = 17,3 AU-Tage), Düsseldorf mit 18,6 AU-Tagen (2022 =16,7 AU-Tage) und Münster mit 19,4 AU-Tagen (2022= 18,5 AU-Tage) weitaus weniger AU-Tage im Jahr 2023.
Muskel- und Skeletterkrankungen wieder an erster Stelle
Erstmals stehen wieder die Muskel- und Skeletterkrankungen an erster Stelle. Dominierten die Atemwegserkrankungen letztes und vorletztes Jahr – bedingt noch durch Corona – an erster Stelle der Ursachen krankheitsbedingter Arbeitsausausfalltage, fielen sie jetzt auf den 2. Platz, gefolgt von den psychischen Erkrankungen auf Platz 3. Die Ausfallzeiten waren aufgrund dieser Erkrankungsart (psychische Störungen) enorm: Waren es in NRW im Jahr 2023 durchschnittlich 4,3 AU-Tage, waren es im Jahr 2022 nur 3,9 AU-Tage. Die Fehlzeiten bei den Atemwegserkrankungen betrugen im Jahr 2023 = 4,7 AU-Tage (im Jahr 2022 = 4,7 AU-Tage) Die Muskel- und Skeletterkrankungen waren „Spitzenreiter“ mit 4,9 AU-Tagen (2022 =4,7 AU-Tage)
Gründe im Ruhrgebiet
Gründe, warum gerade in den Ruhrgebietsstädten die AU-Zahlen über den übrigen Städten in NRW liegen, könnten im Durchschnittsalter der Versicherten liegen, die über dem Wert für NRW bzw. Bund sind. Dies gilt auch insbesondere für die Muskel- und Skelett-Erkrankungen, die oftmals auf Verschleißerscheinungen zurückgehen.
Die jüngsten, beschäftigten Mitglieder wohnen u.a. in Düsseldorf, Köln, Bonn oder Münster.
Arbeitsbedingungen
Auch könnten die Arbeitsbedingungen Einfluss auf die krankheitsbedingten Fehlzeiten der Beschäftigten haben. Wenn diese z.B. eher körperlich ausgerichtet sind oder dort eher einfache Tätigkeiten vorhanden sind. Für diese Merkmale der Tätigkeiten zeigt sich regelmäßig in den BKK Auswertungen, dass diese mit höheren Kennwerten einhergehen. Arbeitsverdichtung oder schnellere Anforderungsveränderungen (z.B. durch Digitalisierung) könnten auch eine Rolle spielen, sind aber nicht unbedingt „ruhrgebietsspezifisch“. Ggf. spielen auch Umweltfaktoren eine Rolle. Das heißt wie gesund generell das soziale Umfeld ist, wo man sich erholen kann und wie man medizinisch versorgt wird.
(Der BKK-Landesverband NORDWEST hat die Daten der Arbeitsunfähigkeitsstatistik 2023 des BKK Dachverbandes für die bundesweit rd. 4 Mio. BKK Beschäftigten unter die Lupe genommen, davon entfallen rd. 1 Mio. BKK Beschäftigte auf NRW.)
Der BKK-Landesverband NORDWEST ist die Interessensvertretung der Betriebskrankenkassen und schließt für die Versicherten in NRW, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern die Versorgungsverträge mit den Partnern im Gesundheitswesen.
Ansprechpartnerin:
Karin Hendrysiak, Pressesprecherin
Tel.: 0201/179-1511, Mobil: 0170/9235426
E-Mail: Karin.Hendrysiak@bkk-nordwest.de