Hamburg, 22.08.2025

Nach wie vor melden sich in Hamburg weniger Beschäftigte krank als im Bundesdurchschnitt. Doch die Arbeitsunfähigkeitstage (AU) aufgrund psychischer Störungen liegen deutlich darüber. Auch bei den Atemwegserkrankungen sind die Krankmeldungen in den vergangenen zwei Jahren über zahlreiche Berufsgruppen hinweg stark angestiegen.

Die gute Nachricht zuerst: Über alle Hauptdiagnosen und ausgewählten Berufsgruppen hinweg liegt Hamburg mit rund 20 AU-Tagen gut 10 % unter dem Bundesdurchschnitt. Bei den Muskel-Skeletterkrankungen fehlen die bei einer BKK versicherten Beschäftigten sogar rund 30 % weniger als der Bundesdurchschnitt.

Psychische Störungen über Bundesniveau

Dagegen haben sich die Krankmeldungen aufgrund psychischer Störungen in die gegenteilige Richtung entwickelt. Hier beträgt die Abweichung vom Bundesdurchschnitt +8%. Waren es im Jahr 2022 bei den weiblichen Beschäftigten noch rund 418 Krankentage je 100, so schnellten sie im vergangenen Jahr auf gut 505 Tage hoch. Bei den Männern kletterten die Krankentage im Jahresvergleich von 272 auf 399 je 100 beschäftigte Mitglieder. Bei den psychischen Störungen fällt der hohe Anteil an Langzeiterkrankungen auf. Die Beschäftigten fehlten zu rund 73 % mehr als sechs Wochen.

Starker Anstieg bei Atemwegserkrankungen

Zwar liegen die AU-Tage aufgrund von Atemwegserkrankungen immer noch rund 4 % unter dem Bundesdurchschnitt. Allerdings ist nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie die Anzahl der AU-Tage massiv angestiegen. Fehlte im Jahr 2021 jeder bei einer BKK versicherte Beschäftigte noch rund zwei Tage wegen einer Atemwegserkrankung, waren es im vergangenen Jahr mehr als vier Tage. (siehe Kachel)

Mögliche Gründe für die unterschiedliche Entwicklung

Vor allem die sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufe sowie die Gesundheitsberufe erreichen Spitzenwerte. Dies gilt im Übrigen auch bei Erkrankungen aufgrund Psychischer Störungen. Wohingegen diese Berufsbilder bei Muskel- und Skeletterkrankungen nicht zur Spitzengruppe zählen.

Bei den soziodemografischen Merkmalen fällt auf, dass der Frauenanteil mit 47,5 % über dem für alle Berufsgruppen ermittelten Gesamtwert für ganz Deutschland liegt. Beschäftigte in Hamburg sind darüber hinaus jünger als im Bundesdurchschnitt. In der Hansestadt beträgt deren durchschnittliches Alter 41,8 Jahre gegenüber 43,4 Jahren im bundesweiten Vergleich.

Die unterschiedlichen Diagramme legen nahe, dass die Entwicklung einerseits mit der Geschlechterverteilung andererseits mit den Anteilen der in Hamburg vertretenen Berufsgruppen zusammenhängt.

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