
Landes- und bundesweite BKK-Selbsthilfeprojekte
Für die Projektförderung stellen die Betriebskrankenkassen dem BKK-Landesverband NORDWEST Fördermittel zur Verfügung. Mit diesen Mitteln unterstützen wir – allein oder in Kooperation mit dem BKK Dachverband – vielfältige Projekte von Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen.
Unser Ziel ist es, die Arbeit der Selbsthilfe nachhaltig zu stärken und innovative Ideen zu fördern.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl von Projekten, die wir in den letzten Jahren begleitet haben.

Bundesweites Projekt des Paritätischen NRW
Förderung: BKK Dachverband, BKK-Landesverbände NORDWEST, Mitte, Süd und Bayern und Mobil Krankenkasse
Laufzeit: laufend
Projektinformationen: https://www.paritaet-nrw.org/themen/projekte/in-gang-setzer
Ziel des Projekts:
Menschen, die eine Selbsthilfegruppe gründen möchten, sind in der Anfangsphase oft unsicher. „In-Gang-Setzer®“ – geschulte, ehrenamtliche Begleiter – helfen in dieser Startphase organisatorisch und kommunikativ, ohne sich inhaltlich in das Gruppenthema einzubringen. Ziel ist, die Gruppe so zu stärken, dass sie anschließend selbstständig arbeiten kann.
Herkunft & Entwicklung:
• Ursprungsidee aus Dänemark, seit 2005 in NRW weiterentwickelt
• Seit 2007 bundesweit ausgebaut
• Finanzierung überwiegend durch den BKK-Dachverband und BKK-Landesverband NORDWEST
• Markengeschütztes methodisches Konzept
Ablauf:
• Auswahl geeigneter Gruppen durch lokale Selbsthilfe-Kontaktstellen
• Schulung und Begleitung der In-Gang-Setzer durch die Projektleitung
• Begleitung in der Regel über ca. 3 Monate, meist 4 Treffen
• Keine thematische Beteiligung, nur organisatorische und moderative Unterstützung
Ergebnisse:
• Über 1.300 Gruppen seit 2008 begleitet.
• Schwerpunkt: psychische Erkrankungen, chronische Krankheiten, Pflege/Demenz
• Rund 75 % der Gruppen bestehen auch ein Jahr nach Projektende stabil weiter
• Erweiterung auf bestehende Gruppen („Wieder-In-Gang-Setzung“) in Erprobung
• Geeignet auch für Zielgruppen wie Migrant*innen, pflegende Angehörige oder jüngere Menschen
Beteiligte:
• Aktuell ca. 40 Kontaktstellen in 7 Bundesländern
• Ehrenamtliche In-Gang-Setzer sind oft ehemalige Selbsthilfegruppen-Mitglieder
Projektleitung/ Kontakt:
Anne Behnen, Paritätischer NRW
📞 02151/96 190 29 | ✉ in-gang-setzer@paritaet-nrw.org
Bundesweites Projekt der BAG Selbsthilfe
Förderung: BKK Dachverband und BKK-Landesverband NORDWEST
Laufzeit: abgeschlossen
Projektinformationen: https://www.bag-selbsthilfe.de/informationen-fuer-selbsthilfe-aktive/die-projekte-der-bag-selbsthilfe/potentiale-der-ki-fuer-die-selbsthilfe-identifizieren-risiken-erkennen-selbsthilfe-staerken-durch-ki-von-use-cases-zur-praxisnahen-umsetzung
Ziel des Projekts:
Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug in viele Arbeitsbereiche – auch in der Selbsthilfe. Wir möchten gemeinsam mit externer fachlicher Unterstützung herausfinden, wo KI-Anwendungen schon heute eine sinnvolle und kostengünstige Unterstützung für Selbsthilfeaktive bieten können.
Dazu analysieren wir verschiedene Arbeitsabläufe in der Selbsthilfe, um konkrete und leicht verständliche Arbeitshilfen zu entwickeln, die den Einstieg in den KI-Einsatz erleichtern.
Neben den Chancen betrachten wir auch die Grenzen und Risiken von KI. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Anpassung und dem Training von KI-Systemen, damit Selbsthilfeaktive realistisch einschätzen können, was KI leisten kann – und was nicht.
Für ausgewählte Anwendungsfälle („Use Cases“) werden wir erste praxisnahe Arbeitshilfen erstellen. Dabei gehen wir unter anderem folgenden Fragen nach:
• Wie können die Arbeitsergebnisse von KI-Anwendungen in der Selbsthilfe überprüft oder kenntlich gemacht werden?
• Wie lässt sich die Arbeit bestmöglich vor KI-gestützten Cyberangriffen oder inhaltlichen Manipulationen schützen?
Unser Ziel ist es, Selbsthilfeaktive in die Lage zu versetzen, KI-Technologien verantwortungsvoll, sicher und mit echtem Mehrwert für ihre Arbeit einzusetzen.
Ergebnisse: kostenlose Arbeitshilfe “Effektives Prompting für KI-Modelle”
Beteiligte: Selbsthilfebundesorganisationen
Projektleitung:
Dr. Martin Danner, BAG SELBSTHILFE
Länderübergreifendes Projekt der BAG SELBSTHILFE in Zusammenarbeit mit den Landesarbeitsgemeinschaften der Selbsthilfe in Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen
Förderung: BKK-Landesverband NORDWEST
Laufzeit: laufend
Projektinformationen: https://www.bag-selbsthilfe.de/informationen-fuer-selbsthilfe-aktive/die-projekte-der-bag-selbsthilfe/ki-kompetenzen-fuer-die-selbsthilfe-auf-landesebene
Ziel des Projekts:
Mit dem Projekt wird die Schulungsreihe „KI-Akademie der Selbsthilfe“ aufgebaut. In vier aufeinander aufbauenden Modulen erwerben Selbsthilfeaktive praxisnahes Wissen für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz. Die Teilnehmenden lernen verschiedene KI-Anwendungen kennen, formulieren geeignete Prompts, prüfen die erzeugten Ergebnisse und übertragen die Anwendungen auf typische Aufgaben in der Selbsthilfearbeit.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Anforderungen ehrenamtlich getragener Landesorganisationen und Selbsthilfegruppen. Neben den praktischen Einsatzmöglichkeiten werden auch Grenzen und Risiken wie Halluzinationen, verzerrte Ergebnisse, Datenschutzfragen, Barrieren und mögliche Diskriminierungspotenziale behandelt. So sollen Berührungsängste abgebaut und die Teilnehmenden zu einem selbstständigen und kritisch-reflektierten Einsatz von KI befähigt werden.
Feedbackrunden und Evaluationsmaßnahmen begleiten die Schulungsreihe. Darüber hinaus können sich Teilnehmende fortbilden, um innerhalb ihrer Organisation eine Lotsenfunktion zu übernehmen und das erworbene Wissen weiterzugeben. Zugleich soll die länderübergreifende Vernetzung und der Erfahrungsaustausch zur Nutzung von KI gestärkt werden. Den Abschluss des Projekts bildet eine Fachtagung in Hamburg.
Geplante Ergebnisse: Im Projekt werden praxisnahe Arbeitshilfen zu ausgewählten Einsatzmöglichkeiten von KI in der Selbsthilfe entwickelt und erprobt. Ergänzend entstehen kostenlose Materialien, die auch über den Kreis der unmittelbar Teilnehmenden hinaus genutzt werden können.
Beteiligte: Selbsthilfelandesorganisationen und Selbsthilfegruppen aus Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein
Projektleitung/ Kontakt:
- Roland Rischer: roland.rischer@bag-selbsthilfe.de
- Jutta Prüße-Dirichs: jutta.dirichs@bag-selbsthilfe.de
- Sarah Louven: sarah.louven@bag-selbsthilfe.de
Bundesweites Projekt der BAG SELBSTHILFE e.V.
Förderung: BKK Dachverband und BKK-Landesverband NORDWEST
Projektpartner: LAG SELBSTHILFE NRW
Laufzeit: abgeschlossen
Projektinformationen: https://www.bag-selbsthilfe.de/informationen-fuer-selbsthilfe-aktive/die-projekte-der-bag-selbsthilfe/staerkung-von-gesundheitskompetenz-durch-selbsthilfearbeit
Ziel des Projekts:
Das Projekt untersuchte, wie Selbsthilfeorganisationen die Gesundheitskompetenz von Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen stärken können – und welche Standards oder Verbesserungsbedarfe es dabei gibt.
Erarbeitet wurden praxisnahe Arbeitshilfen mit Handlungsempfehlungen zur Erstellung, Sichtung und Vermittlung von Gesundheitsinformationen sowie zur Nutzung von Selbsthilfegruppen als Lern- und Austauschort.
Hintergrund:
Gesundheitskompetenz umfasst die Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu finden, verstehen, bewerten und anwenden.
Gerade für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen ist dies besonders wichtig, da sie oft vor komplexen medizinischen Entscheidungen stehen.
Der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz benennt für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen vier zentrale Ziele:
1. Gesundheitskompetenz in die Versorgung integrieren
2. Kompetenten Umgang mit Krankheit und Folgen ermöglichen
3. Selbstmanagement-Fähigkeiten stärken
4. Gesundheitskompetenz im Alltag fördern
Selbsthilfe leistet hier einen wichtigen Beitrag – durch Austausch, gemeinsames Bewerten von Informationen und die Entwicklung eigener Materialien.
Ablauf:
Das Projekt analysierte,
• wie Selbsthilfeorganisationen aktuell Gesundheitsinformationen sichten, erstellen und vermitteln
• welche Formate und Standards es gibt
• wie Gruppentreffen gezielt zur Stärkung von Gesundheitskompetenz genutzt werden können
Ergebnisse:
Darauf aufbauend wurden eine Reihe von Arbeitshilfen und Flyer entwickelt, z. B. zu:
• Qualitätsgesicherter Sichtung und Erstellung von Gesundheitsinformationen
• Indikationsbezogener Wissensvermittlung
• Entwicklung und nachhaltiger Umsetzung von Lernangeboten
• Strategien zur Erkennung und Einordnung unsicherer oder falscher Informationen
Das bringt Ihnen das Material:
• Mehr Sicherheit im Umgang mit Gesundheitsinformationen
• Unterstützung bei der Entscheidung für oder gegen Behandlungen
• Hilfe, um Risiken und Nebenwirkungen besser zu verstehen
• Austausch und gegenseitige Unterstützung in Ihrer Selbsthilfegruppe